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Frau mit änsgtlichem Gesichtssausdruck

"Kuschelhormon" hilft auch bei Ängsten

Das als Kuschelhormon bekannte Oxytocin kann einer Studie zufolge auch bei der Bewältigung von Ängsten helfen. Deutsche Forscher fanden dabei heraus, dass Oxytocin das Furchtzentrum im Gehirn hemmt und Angstreize stärker abklingen lässt.

Hormone 12.11.2014

Nach Ansicht der Forscher könnte dieses Ergebnis vielleicht eine neue Ära in der Behandlung von Angststörungen durch im Gedächtnis eingegrabene schlechte Erfahrungen einleiten. Das müssten aber erst klinische Studien zeigen.

Ängste "überschreiben"

Die Studie in "Biological Psychiatry":

"Oxytocin Facilitates the Extinction of Conditioned Fear in Humans" von Monika Eckstein et al., erschienen am 29. Oktober 2014.

Große Angst, verursacht etwa durch einen Autounfall, setzt sich tief im Gedächtnis fest. Sie sorgt für eine sogenannte Konditionierung, bei der bestimmte Bilder oder Geräusche - wie etwa quietschende Reifen - mit Gefahr verbunden werden. Werden Menschen mit solchen Angststörungen immer wieder mit dem Auslöser konfrontiert, verringert sich nach Angaben der Experten die Furcht allmählich.

Das Kuschel- oder Bindungshormon Oxytocin, das bei Sexpartnern oder in der Mutter-Kind-Beziehung die Bindung fördert, hilft nach den Forschungsergebnissen, aus solchen Ängsten rascher herauszukommen und sie im Gedächtnis zu "überschreiben". "Unter dem Einfluss von Oxytocin klingt die Erwartung eines erneuten Angstereignisses im Verlauf stärker ab als ohne diesen Botenstoff", erklärte Studienleiter Rene Hurlemann vom Bonner Universitätsklinikum.

Für ihre Studie hatten die Wissenschaftler insgesamt 62 Männern Bilder gezeigt, die mit einer Angsterfahrung verknüpft waren. Die eine Hälfte der Testgruppe bekam über ein Nasenspray Oxytocin, die andere Hälfte ein Placebo. Die Forscher maßen den Angstschweiß der Probanden und werteten Hirnscans aus.

Die Liste der Wirkungen, die dem Hormon Oxytocin zugeschrieben werden, ist lang: Es soll zum Beispiel freundlich und monogam machen, aber auch unachtsam und vertrauensselig. Psychologen der Universität Haifa fanden zum Beispiel heraus, dass Oxytocin bei Menschen Gefühle wie Schadenfreude und Neid verstärken kann. "Einige Studien sind methodisch fragwürdig", betont jedoch der Freiburger Psychologe Markus Heinrichs, ein Pionier der Oxytocin-Forschung am Menschen, in einem Gespräch mit der dpa.

science.ORF.at/APA/dpa

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