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Suizid: Arbeitslosigkeit als häufiger Auslöser

Arbeitslosigkeit ist einer neuen Studie zufolge die Ursache für jährlich 45.000 Suizide in 63 Ländern weltweit. Die Forscher fordern daher, dass es Vorsorgestrategien für Arbeitslose zu allen Zeiten geben müsse und nicht nur zu Zeiten wirtschaftlicher Krisen.

Studie 11.02.2015

Die Studie in "The Lancet Pyschiatry":

"Suicide, unemployment, and the effect of economic recession" von Roger T Webb und Navneet Kapur, erschienen am 10. Februar 2015.

Die Wissenschaftler haben für ihre Studie die Daten aus 63 Ländern aus den Jahren 2000 bis 2011 untersucht. Darunter waren alle westlichen Industrieländer, nicht aber bevölkerungsreiche Staaten wie Indien oder China. Der Zeitraum war geprägt durch relativen Wohlstand und dann eine starke wirtschaftliche Instabilität durch die Finanz- und Bankenkrise ab 2008.

Von den insgesamt 233.000 Suiziden jährlich in diesem Zeitraum in den untersuchten Ländern ordneten die Forscher rund ein Fünftel, also 45.000, der Arbeitslosigkeit zu. Die Krise von 2008 hatte demnach direkte Auswirkungen: Etwa 5.000 Menschen nahmen sich deshalb nach Ansicht der Wissenschaftler das Leben. Männer und Frauen aller Altersgruppen sind demnach gleichermaßen betroffen. Der Effekt war aber in den Ländern stärker, in denen es generell wenige Arbeitslose gab.

science.ORF.at/APA/AFP

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