Standort: science.ORF.at / Meldung: "Mehr Hitzewellen durch weniger Stürme"

Sonne neben einem Thermometer, das eine Temperatur von 38 Grad Celsius anzeigt.

Mehr Hitzewellen durch weniger Stürme

Durch den Klimawandel sinkt einer Studie zufolge die sommerliche Sturmaktivität auf der Nordhalbkugel der Erde und erhöht dadurch auch die Wahrscheinlichkeit anhaltender Hitzewellen. Denn die temperaturbedingten Klimaveränderungen wirken sich auf die großflächige Luftzirkulation aus und schwächen diese ab.

Klimawandel 13.03.2015

Die geringere Sturmaktivität führt nach Angaben der Experten insgesamt zu stabileren Wetterlagen. Weil Stürme im Sommer oft kühle und feuchte Luft von den Ozeanen über die Kontinente transportieren und damit Warmphasen beenden, bedeutet dies demnach ein steigendes Risiko für längere Hitzewellen.

Die Studie in "Science":

"The weakening summer circulation in the Northern Hemisphere mid-latitudes" von D. Coumou et al., erschienen am 13. März 2015.

"Ein ungebremster Klimawandel könnte die sommerlichen Luftströme weiter abschwächen, was dann das Risiko von Hitzewellen erhöht", erklärte Co-Autor Jascha Lehmann https://sites.google.com/a/primap.org/www/the-team/jaschalehmann) vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK). Die Hitzeextreme der vergangenen Jahre könnten erst der Anfang sein. Eine davon traf 2010 Russland, wo es zu Missernten kam und verheerende Waldbrände wüteten.

Gestörte Luftströme

Die Forscher werteten Daten von Wettersatelliten und -beobachtungsstationen aus. Ihren Angaben zufolge war es das erste Mal, dass sich Wissenschaftler mit den Sommerstürmen befassten. Bisher standen vor allem die stärkeren Winterstürme im Fokus.

Die Ursache für das Phänomen vermuten die PIK-Experten in den unterschiedlichen regionalen Auswirkungen des Klimawandels auf die Nordhalbkugel. Die Polargegend erwärmt sich doppelt so schnell wie andere, weil sie bedingt durch das Schmelzen des Meereises mehr Wärme aufnimmt.

Das wiederum reduziert der Theorie der Experten zufolge die Temperaturdifferenz zwischen der Arktis und dem wärmeren Rest der nördlichen Halbkugel, was den für das Wettergeschehen zentralen Jetstream beeinflussen könnte. Das sind Luftströmungen von globalen Dimensionen, die durch Temperaturunterschiede angetrieben werden.

"Die Hitze-Extreme nehmen nicht einfach nur deshalb zu, weil wir den Planten erwärmen, sondern weil der Klimawandel zusätzlich Luftströme stört, die wichtig sind für die Entstehung unseres Wetters", erklärte Studien-Leitautor Dim Coumou.

science.ORF.at/APA/AFP

Mehr zum Thema: