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Mehrere tanzende Roboter namens "Robi" aus Japan

"Gute" Maschinen wichtiger als "intelligente"

Ab wann sollte eine Maschine als "intelligent" gelten? Peter Norvig ist diese Frage gleichgültig. Der Google-Forschungsdirektor meint, dass ein anderes Kriterium für Maschinen entscheidend ist - nämlich, wie gut sie eine Aufgabe lösen können.

IT 24.03.2015

Wenn man Maschinen dazu bringen könnte, mehr Schachspiele zu gewinnen, Sätze akkurater zu übersetzen oder sicherer und effizienter herumzufahren, dann seien diese "besser" geworden. "Es ist mir egal, ob man sie dann auch 'intelligenter' nennt oder nicht", sagte der Computerwissenschaftler.

Es muss nicht immer das Gehirn sein

Künstliche Intelligenz (KI) ist für viele in dem Bereich tätige Forscher eng an das menschliche Gehirn gekoppelt, das mit seiner Fähigkeit für Problemlösungen und dem Erkennen von Mustern für Computer als Modell dient. Norvig relativierte diesen Ansatz: "Einige Leute sind daran interessiert und nennen es KI. Ich würde es Kognitionswissenschaft nennen." Das Ziel von KI sei es, "Maschinen zu bauen, welche die ihnen überantworteten Aufgaben so effektiv wie möglich lösen. Man kann das tun, indem man das menschliche Gehirn remodelliert. Oder man kann komplett andere Techniken verwenden."

Porträtfoto von Peter Norvig

Bart Nagel

Peter Norvig hat den angeblich längsten palindromischen Satz der Welt geschaffen, eine der bekanntesten PowerPoint-Satiren kreiert und ist Computerwissenschaftler. Zurzeit ist er Forschungsdirektor bei Google. Davor hatte er bei der US-Raumfahrtbehörde NASA die Abteilung für Computerwissenschaften geleitet. Norvig sprach im März an der Technischen Universität (TU) Wien bei der Vienna Gödel Lecture 2015 über "intelligente" Computer.

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Die Frage nach "wahrer Intelligenz" ist für den Computerwissenschaftler "eine Frage für Philosophen, nicht für Wissenschaftler": "Es hat damit zu tun, was wir 'wahre Intelligenz' nennen, was eine Sache für soziale und linguistische Konventionen ist. Computer machen viele Dinge gut, die wir 'intelligent' nennen, wenn sie Menschen machen. Aber bis jetzt haben wir dem widerstanden, das 'wahre Intelligenz' zu nennen."

Künstliche Intelligenz "nicht einzigartig gefährlich"

Falsche Vorstellungen über KI gehen für Norvig oft auf Filme zurück, in denen Roboter die Welt übernehmen: "Aber diese Filme wurden designt, um spannende Handlungen zu haben und Menschen eine Chance zu geben, Helden zu sein. Sie wurden nicht entwickelt, um realistisch zu sein." Warnungen, etwa von Stephen Hawking und Bill Gates, wonach sich eines Tages eine maschinelle "Superintelligenz" gegen die Menschheit wenden könnte, nimmt Norvig aber nicht auf die leichte Schulter.

"Ich stimme ihnen darin zu, dass wir nicht genug Wissen und Erfahrung haben, um große komplexe KI-Systeme zu bauen, die sicher und verlässlich sind. Auf der anderen Seite haben wir auch nicht genug Wissen, um große komplexe Nicht-KI-Systeme zu bauen, die sicher und verlässlich sind. Wir sollten hart daran arbeiten, um KI zu einer Engineering-Disziplin zu machen, die verlässliche, vorhersagbare Resultate liefert, so wie Ingenieure den Brückenbau zu einer verlässlichen Disziplin transformiert haben", so Norvig.

Es gebe noch sehr viel Arbeit zu tun, um das umzusetzen: "Aber ich sehe KI nicht so einzigartig gefährlich, verglichen mit all den anderen Technologien, die wir verwenden, verwendet haben oder verwenden werden." Google hat mehr als 52.000 Mitarbeiter (Stand Juni 2014), bis zu 50 Prozent davon sind laut Norvig Techniker und Forscher, die an Forschung und Entwicklung (F&E) beteiligt sind. 2014 hatte das Unternehmen rund acht Milliarden US-Dollar (7,33 Mrd. Euro) für F&E ausgegeben.

science.ORF.at/APA

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