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Regenwald

Studie warnt vor globaler Waldvernichtung

Wälder sorgen für sauberes Wasser, gute Luft und schützen den Boden. Doch immer mehr Bäume werden abgeholzt. Der WWF befürchtet, dass weltweit bis zu 170 Millionen Hektar Wald zerstört werden könnten.

WWF-Bericht 28.04.2015

Laut dem aktuellen "WWF Living Forests Report" ist mit den größten Verlusten in den Tropen zu rechnen. Besonders betroffen sind Borneo, die Mekong-Region und das Amazonas-Gebiet.

In letzterem sehen die Umweltschützer die stärkste Vernichtung voraus. Fast ein Drittel des größten Regenwaldgebietes der Erde könnte in 15 Jahren keine Bäume mehr haben - das wären 48 Millionen Hektar. Laut der Studie gibt es weltweit insgesamt elf sogenannte Entwaldungsfronten.

Hauptursache: Industrielle Landwirtschaft

Die Waldzerstörung heize den Klimawandel an und vernichte den Artenreichtum bei Pflanzen und Tieren, Jörg-Andreas Krüger vom WWF. Als globalen Hauptgrund nennt der Bericht die industrielle Landwirtschaft.

Die Viehhaltung und der Anbau von riesigen Monokulturen wie Soja und Ölpalmen verschlingen laut WWF immer mehr Flächen. Hinzu kämen der Abbau von Bodenschätzen sowie Infrastrukturprojekte.

Die aus der Entwaldung gewonnenen Produkte landeten zu einem großen Teil in Europa, so WWF-Experte Krüger. Mehr als 50 Prozent der importierten Mineralien kämen aus Brasilien. Dort würden zeitgleich mehrere negative Entwicklungen aufeinandertreffen. Neben der Expansion der Agrarindustrie wirkten sich auch der Straßen- und Kraftwerksbau negativ auf die Natur aus.

Die Umweltschutzorganisation forderte eine Trendumkehr. Wälder schützten vor Erosion und Fluten und stabilisierten das Klima. "Setzen wir das aufs Spiel, verlieren wir mehr als ein paar Prozente Wirtschaftswachstum", betont Krüger.

science.ORF.at/dpa