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Fußballspieler bei Bayern München

Männer: Dominanter in Rot

Gemeinhin gilt Rot zwar als die Farbe der Liebe. Sie steht aber genauso für Status und Aggression. Das bestätigt auch eine neue Studie: Demnach wirken Männer in roten T-Shirts auf ein männliches Gegenüber dominanter und aggressiver als blau oder grau gekleidete.

Farbpsychologie 13.05.2015

Frauen lassen sich laut den Wissenschaftlern der Durham Universität von roter Kleidung an Männern weniger beeindrucken, zumindest, was deren vermeintliche Dominanz betrifft. Denn laut einer früheren Studie fühlen sie sich von Männern besonders angezogen, wenn diese Rot tragen.

Auch die weibliche Attraktivität soll von der Signalfarbe profitieren. Andere Studien ergaben, dass Frauen Geschlechtsgenossinnen in roter Kleidung für untreu und gefährlicher für ihre eigene Beziehung halten.

Die Studie in den "Biology Letters":

"Red clothing increases perceived dominance, Aggression and anger" (sobald online) von Diana Wiedemann et al., erschienen am 13. Mai 2015.

Rote Wirkungen

In der aktuellen Untersuchung wirkten die Grau-Träger auf die Frauen zwar etwas weniger aggressiv als Männer in Rot. Was die Wahrnehmung der Dominanz anging, mache die Farbe des T-Shirts für sie aber keinen Unterschied. Und Männer wie Frauen hätten rot gekleidete Männer besonders oft für verärgert gehalten.

Für ihre Studie zeigte das Team um die Anthropologin Diana Wiedemann 50 Männern und 50 Frauen Bilder von Männern, deren T-Shirt-Farbe sie am Computer manipuliert hatten. Die Probanden bewerteten dann auf einer Skala von eins bis sieben, wie freundlich oder aggressiv und wie unterwürfig oder dominant sie den Mann auf dem Bild wahrnahmen.

Die Wirkung roter Kleidung war schon öfter Thema in Studien. An derselben Universität hatten Forscher schon vor zehn Jahren ermittelt, dass rot gekleidete Sportler häufiger siegen als andere, offenbar, weil rote Trikots auf Gegner einschüchternd wirken. Da man rot anlaufe, wenn man wütend sei, werde die Farbe unbewusst mit Aggression in Verbindung gebracht. Robert Barton und Russell Hill, die auch diesmal wieder beteiligt waren, hatten damals olympische Box- und Ringkämpfe sowie die Fußballeuropameisterschaft untersucht. Die neue Studie sollte prüfen, wie rote Kleidung außerhalb von Wettbewerben oder Konkurrenzsituationen wirkt.

science.ORF.at/APA/dpa

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