Standort: science.ORF.at / Meldung: "Der beste Freund, seit 35.000 Jahren"

Ein Husky schaut nach links in die Kamera

Der beste Freund, seit 35.000 Jahren

Hunde könnten schon viel länger die besten Freunde des Menschen sein als bisher gedacht. Das zeigt die Untersuchung des Erbguts von rund 35.000 Jahre alten Wolfsknochen. Forscher hatten diese auf der nordrussischen Halbinsel Taimyr entdeckt.

Zoologie 22.05.2015

Bisher dachte man, Hunde seien vor höchstens 16.000 Jahren aus Wölfen hervorgegangen. Ein Team um um Pontus Skoglund von der Universität Stockholm verglich nun das Genom des Taimyr-Wolfes mit dem von modernen Grauwölfen und Haushunden.

Dabei stellten die Forscher fest, dass der Taimyr-Wolf heutigen Hunden und Wölfen genetisch gleichermaßen ähnelt. Vermutlich habe sich der Taimyr-Wolf vom gemeinsamen Vorläufer der Hunde und heutigen Wölfe abgespalten. Kurz nach dieser Trennung seien dann die Haushunde entstanden.

Gemeinsamer Vorfahre heutiger Hunde und Wölfe

"Wir haben gezeigt, dass dieser Wolf aus der Population der jüngsten gemeinsamen Vorfahren von modernen Wölfen und modernen Hunden stammt", sagte Love Dalen vom schwedischen Museum für Naturgeschichte der Deutschen Presse-Agentur. Die Analyse zeigt auch, dass Siberian Huskys und Grönlandhunde besonders viele Gene des Taimyr-Wolfs tragen.

Anhand des Erbguts des Taimyr-Wolfs berechneten die Forscher, dass die Mutationsrate von Wölfen und Hunden geringer ist als bisher angenommen. Deshalb kommen die Forscher auf eine Trennung von Hund und Wolf vor etwa 27.000 bis 40.000 Jahren.

Die Studie:

"Ancient wolf genome reveals an early divergence of domestic dog ancestors and admixture into high-latitude breeds"von Pontus Skoglund und Kollegen ist am 21. 5. in "Current Biology" erschienen.

Ö1 Sendungshinweis:

Dem Thema widmet sich auch die in Ö1 Nachrichten: 21. 5.

Das Stück der Rippe des entdeckten Urwolfs

Love Dalén

Das Stück der Rippe des entdeckten Urwolfs

"Hunde könnten viel früher domestiziert worden sein als allgemein vermutet wird." Dies decke sich mit früheren, bis zu 36.000 Jahre alten Funden hundeartiger Tiere sowie mit Hinweisen darauf, dass die ersten Einwanderer vor rund 15.000 Jahren Hunde nach Amerika mitbrachten.

Der Knochen stammt aus einem Fund von der sibirischen Halbinsel Taimyr. Anfangs war den Forschern gar nicht bewusst, dass es sich dabei um den Teil einer Wolfsrippe handelt. Dies zeigten erst die genetischen Untersuchungen im Labor. Da Wölfe in Sibirien weit verbreitet sind, hätte der Knochen auch von einem zeitgenössischen Exemplar stammen können.

science.ORF.at/APA/dpa

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