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Roboter, der sich selbst repariert

Ein Roboter, der sich selbst "heilt"

Forscher haben einen Roboter entwickelt, der lernt, mit Beschädigungen seiner Einzelteile umzugehen. Bei Versuchen konnte ein sechsbeiniger Roboter dank einer Lernsoftware nach kurzer Zeit weitergehen, auch wenn Beine abmontiert oder beschädigt wurden.

Informationstechnologie 28.05.2015

Die Technologie sei wichtig für Roboter, die in schwierigen Umgebungen wie einem zerstörten Atomkraftwerk oder im Weltall im Einsatz sind und normalerweise nach einem Schaden ausfallen würden.

Die Studie

"Robots that can adapt like animals" von Antoine Cully et al. ist am 28. Mai 2015 im Onlinemagazin Nature erschienen.

Sechsbeiniger Roboter

Antoine Cully/UPMC

Der sechsbeinige Roboter

"Bei der Entwicklung der Software haben wir an Roboter gedacht, die in einer feindlichen Umwelt überleben müssen, etwa bei einer Atomkatastrophe wie in Fukushima", sagte Jean-Baptiste Mouret von der Pariser Universität Pierre und Marie Curie. "Wenn man Roboter schickt, dann sollten die ihre Mission selbst dann fortsetzen, wenn sie kaputt sind. Sie dürfen nicht mitten im Atomkraftwerk stehen bleiben."

Lösungen werden ausprobiert

Die Forscher nahmen das Verhalten von Tieren und Menschen bei Verletzungen als Vorbild. Wenn sich ein Hund an einer Pfote verletzt, wird er anders laufen, um die Pfote nicht zu belasten. Diese Anpassung erfolgt über Erfahrungen, indem der Hund ausprobiert, wie er seinen Körper anders bewegen kann.

Ähnlich geht der 50 Zentimeter große Forschungsroboter dank einer speziellen Software vor. "Wenn ein Roboter beschädigt ist, dann leitet ihn die Software zu Tests an, um ein ausgleichendes Verhalten zu finden", erklärte Mouret, "dieses erlaubt ihm trotz der Schäden zu funktionieren."

Video: Verschiedene Gangarten bei beschädigten Beinen:

Der Roboter probiere "jede mögliche Lösung" aus, erklärte Mitentwickler Antoine Cully: "Wenn eine Lösung nicht funktioniert, ist er intelligent genug, sie auszuschließen und eine andere auszuprobieren." Der Roboter habe sich so teilweise schon nach zwei Minuten wieder effizient fortbewegen können.

science.ORF.at/APA/AFP

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