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Internetkatzenstar Lil Bub

Frische Energie durch Katzenvideos

Kaum etwas im Internet ist derartig beliebt wie Katzenvideos. Forscher haben nun die Wirkungen des Phänomens untersucht. Fans werden sich freuen: Die Clips sorgen nämlich nicht nur für Spaß und Unterhaltung, sie vermitteln positive Gefühle und liefern frische Energie.

Mediennutzung 17.06.2015

"Manche Menschen mögen denken, dass das Betrachten von Katzenvideos kein ernsthaftes wissenschaftliches Thema ist, aber es ist nun einmal eine der populärsten Formen der Internetnutzung", so erklärt die Autorin Jessica Gall Myrick von der Indiana University die Motive hinter ihrer Studie. So sind allein im Jahr 2014 mehr als zwei Millionen Katzenvideos auf YouTube gepostet worden, die insgesamt 26 Millionen Mal angeklickt wurden.

Die Studie in "Computers in Human Behavior":

"Emotion regulation, procrastination, and watching cat videos online: Who watches Internet cats, why, and to what effect?" von Jessica Gall Myrick, erscheint im November 2015.

Spaß ohne schlechtes Gewissen

Myrick, die keine Katze, sondern einen Mops besitzt, ist selbst eine bekennende Katzenvideo-Aficionada. Mit der Onlinehilfe von Mike Bridavsky, dem Besitzer von Lil Bub - einer der prominentesten Internetkatzen -, befragte sie insgesamt 7.000 Nutzer zu den Effekten der Videos.

Nicht ganz überraschend waren die meisten Reaktionen positiv: Die Betrachter fühlten sich nach den tierischen Videos energiegeladener und besser als vorher. Unangenehme Gefühle wie Angst, Langeweile oder Traurigkeit nahmen ab.

Selbst wenn sie die Videos in der Arbeitszeit angesehen hatten, überwog das gute Gefühl das schlechte Gewissen. "Vielleicht sind die Betrachter danach sogar besser für schwierige Aufgaben gewappnet", so Myrick. Das könnte besonders für jene Katzenvideoliebhaber gelten, die sehr schüchtern sind - ein Persönlichkeitsmerkmal, das sich in dieser Personengruppe interessanterweise recht häufig findet.

Die positiven Wirkungen könnte man in Zukunft vielleicht auch gezielt nutzen, sozusagen als Discount-Haustiertherapie. Diese Option will Myrick demnächst untersuchen.

Eva Obermüller, science.ORF.at

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