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Kraftwerksschlote und Rauch vor blauem Himmel

Schadet das Zweigradziel mehr, als es nützt?

Im Kampf gegen die globale Erwärmung gilt das Zweigradziel als der Richtwert schlechthin. Vielleicht sollte man sich dennoch davon verabschieden. Denn es schadet mehr, als es nutzt, meint zumindest der Wissenschaftssoziologe Mathis Hampel in einem Gastbeitrag. Es vermische Wissenschaft mit Politik. Zudem sei es abstrakt und fern genug, um sich dafür nicht anzustrengen.

Klimapolitik 22.06.2015

Zwischen Wissenschaft und Politik

Von Mathis Hampel

Porträt Mathis Hampel

Mathis Hampel

Mathis Hampel, 32, ist promovierter Wissenschaftssoziologe des King's College London. In seiner Dissertation über das sogenannte "Hockeys Stick-Diagramm" des umstrittenen US-Klimaforschers Michael Mann beschreibt er die Wechselwirkung von Klimawissenschaft und Klimapolitik. Zurzeit arbeitet und forscht er ehrenamtlich für das European Policy Network Politheor und das Climate Institute in Hanover, New Hampshire. Er ist zudem ausgebildeter Englischlehrer und als freier Publizist tätig.

"Das Zweigradziel beschreibt das auf Grundlage wissenschaftlicher Erkenntnisse gesetzte Ziel der internationalen Klimapolitik, die globale Erwärmung auf weniger als zwei Grad Celsius gegenüber dem Niveau vor Beginn der Industrialisierung zu begrenzen." (orf.at, 15.06.2015)

Auf die Frage nach ihrer Meinung zur Zweigradforderung würde ein Großteil der Wissenschaftler wohl nicht vergessen, auf den politischen Part dieses Zieles hinzuweisen. Die Autorität der Wissenschaft beruhe nämlich auf dem Beschreiben von Tatsachen, nicht auf dem Vorschreiben irgendwelcher politischen Maßnahmen.

Diese klare Trennung von Beschreiben und Vorschreiben ist ein Ideal der Moderne. In der Moderne gilt es, subjektive politische Entscheidungen mit objektiver wissenschaftlicher Erkenntnis zu legitimieren.

Eine bloße Beschreibung, einen Tatsachenbericht, scheint es aber nicht mehr zu geben - und hat es wohl auch nie. Denn um was handelt es sich etwa bei der Messung von CO2-Konzentration in der Atmosphäre? Um was bei der Beschreibung gefährdeter Tierarten wie jener der Eisbären? Suggeriert ein Ist-Zustand nicht auch einen Soll-Zustand? Eine Beschreibung braucht immer einen Referenzpunkt. Sie erzeugt Resonanz.

Das Zweigradziel als Grenzobjekt

Das Zweigradziel, erstmals präsentiert vom EU-Rat im Jahr 1996, wird in der Wissenschaftssoziologie als "boundary object" bezeichnet: Es existiert an den "boundaries" (Grenzen) zwischen Wissenschaft und Politik, es vereint Ist- und Soll-Zustand in einem gemeinsamen Diskurs. Auf die Frage nach ihrer Meinung zur Zweigradforderung, würde ein Großteil der Politiker wohl auf den wissenschaftlichen Part dieses Ziels hinweisen.

Die Wissenschaftlichkeit der Forderung lässt sich am besten anhand der oben genannten "reinen" Fakten deuten. Denn im Vergleich zur Beschreibung der atmosphärischen CO2-Konzentration und der Eisbärpopulation, welche sich auf empirische Messdaten stützt, basiert das Zweigradziel auf durchaus umstrittene Computersimulationen.

Das computerbasierte Projizieren des Klimawandels und eines globalen Mittelwerts ist ein qualitativ anderes Verfahren als das Messen von CO2-Konzentration. Zwar gilt es als bewiesen, dass die Wahrscheinlichkeit von Rückkoppelungseffekten mit steigender Temperatur zunimmt, doch wann ein kritischer Punkt überschritten wird, ist noch immer eine Ermessenssache. Ein Ziel kann nicht "entdeckt" werden.

Kritik am Zweigradziel

So viele Anhänger dieses Grenzobjekt als ein von der Wissenschaft "empfohlenes", auf Wissenschaft "basierendes" Ziel hat, so viele Kritikpunkte gibt es.

Erstens besteht eine gewisse Ambiguität, da nicht festgelegt ist, wie das Temperaturziel zu erreichen ist. Höchst umstrittene, intellektuell bankrotte Geoengineering Projekte wie die Injektion von Partikeln in die Stratosphäre könnten herangezogen werden. Zudem ist das Klimasystem viel zu chaotisch, um es auf zwei Grad steuern zu können. Man wird Rückkoppelungseffekte nie genau voraussagen können.

Zweitens suggeriert ein globales Ziel, dass alles Leben räumlich und zeitlich auf einer Ebene abläuft - als gäbe es nur diese eine Art und Weise zu denken, zu leben und zu wirtschaften. Das Ziel reduziert die unzähligen mit dem Klimawandel verbundenen Diskurse - Artenvielfalt, Rechte indigener Bevölkerungen, intellektuelle Eigentumsrechte, etc. - auf diesen einen technokratischen. Als hätte man mit dem Nicht-Überschreiten von zwei Grad außer der Verminderung virtueller Risiken auch nur ein real existierendes Problem gelöst.

Drittens ist es abstrakt - man kann sich nicht viel unter globalen zwei Grad und den verbundenen Risiken vorstellen - und fern genug, um damit verbundene Anstrengungen zu umgehen.

Viertens und vielleicht wichtigster Punkt: Keiner muss dafür verantwortlich zeichnen. Wissenschaftler verweisen auf "die Politik", Politiker verweisen auf "die Wissenschaft". Es ist unmöglich dieses Grenzobjekt demokratisch zu legitimieren.

Im eigenen Interesse

Aus dieser Vielzahl von Gründen sollte sich die internationale Klimapolitik vom Zweigradziel lösen. Vor allem die Autorität der Klimawissenschaft leidet unter dem auf "Grundlage wissenschaftlicher Erkenntnisse gesetzten Ziel".

Der Versuch höchst umstrittene Entscheidungen mit wissenschaftlichen Erkenntnissen zu legitimieren, birgt die Gefahr, dass Tatsachen der Klimawissenschaft generell für Bewertungen gehalten und somit der Politik zugeordnet werden.

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Forum

 
  • mathis, vor 397 Tagen, 14 Stunden, 35 Minuten

    Vielen Dank für das Interesse und die Kommentare!

    Natürlich wird man immer gefragt was man machen sollte.

    Vielleicht hilft ein Beispiel:

    Zur Zeit diskutiert der EU Rat die Einschränkung von klimarelevanten Stickstoffoxid, Schwefeldioxid, Methangas, Ammonium etc.. Diese Emissionen sind verantwortlich für geschätzte 400.000 vermeidbare vorzeitige Todesfälle in der EU. Zugleich sind viele dieser Gase sog. direkte und indirekte Treibhausgase. CO2 ist ja “nur” für knapp 50% der globalen Erwärmung verantwortlich.

    Das Ziel dieser EU Direktive ist klar definiert. Es braucht dafür keine neuen Institutionen und es baut auf bestehende Mechanismen des Wissentransfers für politische Entscheidungen.

    Es ist nicht natürlich nicht unumstritten. Landwirtschaftsverbände etwa argumentieren gegen zu ambitionierte Vorschriften für Methan und Ammonium. Es gibt Widerstand. Politik wird gemacht. Es wird aber nicht (mehr) über die Geschichte von Stickstoffoxid diskutiert. Treibhausgas ist nicht gleich Treibhausgas.

    Die Direktive hat die Gesundheit des Menschen als Hauptziel und die “Gesundheit” des Klimas als Nebeneffekt. Es stellt den Menschen in den Mittelpunkt politischer Überlegungen. Die humanistische Tradition.

    Das Zweigradziel hingegen ist eine Art geozentrische Politik. Als könnte man es so einfach voraussagen, ist die Gesundheit des Menschen der erhoffte Nebeneffekt dieses Ziels. Die Erde sei krank, Treibhausgase müssen...

    • mathis, vor 397 Tagen, 14 Stunden, 29 Minuten

      ...reduziert werden. Die Zeit läuft uns (wem?) davon. Dazu benötige man einen globalen Klimavertrag um das Temperaturziel zu erreichen.

      Da es diesen Vertrag nicht geben wird, sollte man sich nach Alternativen umsehen. Die EU Direktive ist eine davon. Bilaterale Verträge wie jene zwischen USA und China ebenso. Die G7 wollen auch "minimultilateral" zusammenarbeiten. Es wird investiert, wird auch besteuert? Braucht man dazu ein Temperaturziel? Dann wird diesem die wissenschaftliche Grundlage entzogen. Und das ist nicht schwer, schließlich handelt es sich um ein Grenzobjekt.

      Im Übrigen ist so ein Ziel ja nicht neutral. Es gilt daher zu erforschen, wer es aus welchen Gründen fordert und was damit legitimiert wird. Die G7 legitimieren damit z.B. die Liberalisierung des Energiemarkts. Es reflektiert also (geo)politische Machtverhältnisse, bzw. ist auch ein Versuch der EU nicht zuviel Boden an die USA und an China zu verlieren. Mit den für Menschen relevanten Klimaparametern hat es wenig zu tun. Es ist zu abstrakt. Eignet sich besser als Katastrophenbild.

      Man könnte Bücher darüber schreiben.

    • funkelfels, vor 397 Tagen, 11 Stunden, 42 Minuten

      Ich denke, die Erwähnung des Boundary Objektes im Artikel, verwirrt die meisten Leser, die nicht dessen soziolgischen Hintergrund kennen, nur mehr als es hier bringt. Ja volltreffliche Analyse das 2°-Ziel als ein solches zu erkennen, aber für einen populärwissenschaftlichen Artikel war das zu kurz und zu verwirrend, die meisten haben hier jetzt nur eine Bestätigung ihrer bequemen "Klimawandel ist eine Lüge"-Haltung gesehen...

    • mathis, vor 397 Tagen, 3 Stunden, 24 Minuten

      Sie haben Recht. Die Soziologensprache ist nicht notwendig. Das "boundary object" habe ich herangezogen um den vierten Kritikpunkt herauszuheben: "Keiner erklärt sich verantwortlich."

  • sandmandala, vor 397 Tagen, 15 Stunden, 52 Minuten

    Selbst das Potsdamer Institut für Klimafolgenforschung von dem das 2-Grad-Ziel stammt (und das die dt. Bundesregierung berät) gibt offen zu, dass die zwei Grad keine wissenschaftliche Basis haben, sondern ein politisches Ziel sind.

  • Sehr gut Herr Hampel!

    co2goodforlife, vor 397 Tagen, 17 Stunden, 34 Minuten

    noch weit interessanter finde ich ihre Dissertation, welche oben auch verlinkt ist.

    Habe sie so eben gelesen und kann das allen ORF Usern hier nur raten, auch den ORF Mitarbeitern, welche sich ja soooo gerne politisch ganz korrekt verhalten...:-)

  • Das freut die Klimawandelverharmloser

    nick58, vor 397 Tagen, 20 Stunden, 16 Minuten

    Es ist eigentlich klar, dass das 2 Grad Ziel eine Zielgröße ist, die die Kommunikation auf politischer Ebene erleichtert. Das Ziel zeigt auch, dass es noch eine Chance gibt, das Ärgste zu verhindern. Wer das 2 Grad Ziel als schädlich bezeichnet möge bitte auch eine brauchbare Alternative anbieten.
    2015 war übrigens bisher global das bisher wärmste seit es Temperaturaufzeichnungen gibt.

    • cyana, vor 397 Tagen, 19 Stunden, 11 Minuten

      Die drei wichtigsten Klimafaktoren auf der Erde sind die Sonne und der Wasserdampf in der Atmosphäre, sowie die Ozeane. Zu denken, wir Menschen könnten willentlich die globale Erdtemperatur beeinflussen, ist Größenwahn. Zu behaupten, dies ließe sich mit CO2 Regulatorien bewerkstelligen, völlig hanebüchener Schwachsinn, der unnötig wichtige Resourcen für Umweltschutzmaßnahmen zunichte macht.

      Unsere Umwelt ist kostbar und schützenwert. Leider wird Umweltschutz und Klimawandel zunehmend in einen Topf geworfen. Gegen den Klimawandel sind wir machtlos, der gehorcht Regeln, die außerhalb unseres Einflusses stehen. Unsere Umwelt schützen kann jeder. Aber nicht durch CO2-Fußabdruck-Romantik, sondern durch Abfallvermeidung, Bevorzugung langlebiger Güter und Lebensstil, der sich grundsätzlich an der vielbeschworenen Nachhaltigkeit orientiert. Mit CO2 hat das alles nichts zutun. CO2 ist ein clever inszeniertes Geschäftsmodell, vorangetrieben von Al Gore, der den weltweiten Zertifikatshandel kontrolliert und damit unermesslich reich wird, ohne auch nur einen Finger zu krümmen.

    • könnten Sie Ihre Behauptungen fundiert belegen?

      nick58, vor 397 Tagen, 18 Stunden, 24 Minuten

      Die Taktik der Klimawandel-Leugner ist ja hinlänglich bekannt: einfach irgendetwas behaupten, Verschwörungstheorien bemühen. Mit dem Ziel Verunsicherung zu erzeugen und damit wirksamen Klimaschutz möglichst zu verhindern.

    • ja leider

      co2goodforlife, vor 397 Tagen, 17 Stunden, 38 Minuten

      sind viele der sg. Skeptiker völlig ahnungslose Menschen, von Physik, Meteorologie und Klimatologie keine Ahnung.

      Das stört kritische, ja skeptische Forscher und Interessierte, denn Vieles was im Rahmen der IPCC AGW Propaganda passiert, ist definitiv übertrieben und falsch.

      Nur kommen viele Skeptiker daher und behaupten einen dermaßen Unsinn, das dies am Ende nur Futter für die Alarmmisten ist.

    • @nick58

      cyana, vor 397 Tagen, 13 Stunden, 16 Minuten

      Selbstverständlich.
      Ad Al Gore: hier ein Artikel der Wirtschaftswoche, der man nun wahrlich nicht Konspirationstheorien nachsagen kann

      http://www.wiwo.de/finanzen/prominente-spekulanten-die-profiteure-im-handel-mit-co2-zertifikaten/5155246.html

      ad CO2: Das mit Abstand wirksamste 'Treibhausgas' in der Atmosphäre ist Wasserdampf. Es ist auch mit 4% Anteil das häufigste. Es wird gerne von IPCC-affinen Quellen ignoriert, bzw. als 'natürliches' Treibhausgas tituliert. Der Anteil von CO2 in der Atmosphäre ist 0,04%. Ein Hunderstel. Ob CO2 tatsächlich ein Treibhausgas ist, wurde bis dato nicht schlüssig bewiesen - was sogar das IPCC selbst einräumte. Allerdings - so das IPCC - habe man nicht mehr die Zeit für Beweise, man müsse sofort handeln.

      Zusammenfassend werden wir also dazu angehalten, Emissionen eines Spurengases zu reduzieren, dessen Treibhausaktivität noch nicht einmal bewiesen ist, und dessen Konzentration zwei Zehnerpotenzen unter dem potentesten Treibhausgas liegt, das in der Atmosphäre vorkommt.

      Mag sein, dass dir das plausiblel vorkommt, für mich ist das grotesk, und hat mit Umweltschutz nichts mehr zutun.

    • funkelfels, vor 397 Tagen, 12 Stunden, 15 Minuten

      """Zu denken, wir Menschen könnten willentlich die globale Erdtemperatur beeinflussen, ist Größenwahn"""

      So ein Nicht-Argument ist abseits der ganzen Diskussion von Modellen und Zielsetzungen einfach nur polemischer Schwachsinn/Dummheit.

      Über 90% der Masse aller Landsäugetiere ist Menschen und sein Vieh, weniger 10% Wilde Säugetiere. 50% der Erdoberfläche sind vom Menschen transformiert. Der Mensch homogenisiert alle Ökosysteme indem Arten von einem zum anderen bringt, absichtlich und unabsichtlich und ist damit ein zentraler Gestaltungsfaktor geworden, usw.

      Die falsche Bescheidenheit die du anwendest um dich bequem zurück zu lehnen mit "ist eh alles wuascht"... widert mich an.

    • tststs

      cyana, vor 397 Tagen, 1 Stunde, 54 Minuten

      Entweder du bringst Sachargumente, oder du lässt es bleiben - 'widert mich an' ist keine wissenschaftliche Kategorie.

      Was du in deiner Polemik übersiehst, ist dass der Umweltschutz als machbare Option wichtiger ist, als irgendein sogenannter 'Klimaschutz'. Wenn du tatsächlich glaubst, wir könnten das Klima der Erde auf einen gewünschten Zustand einfrieren, hast du keine Ahnung von der Materie oder bist ein gefährlicher Technokrat.

    • funkelfels, vor 396 Tagen, 23 Stunden, 36 Minuten

      Und das ist ein Strohman argument.

      Du kritisierst etwas und brinst zu Fall was ich gar nicht behauptet habe.

      Die Aussage, "der Mensch habe keinen Einfluss auf die globale Temperatur", die ja logisch hinter der willentlich Aussage steckt ist eine falsche Bescheidenheit aufgrund Bequemlichkeit, es ist eine Lüge.

    • cyana, vor 396 Tagen, 22 Stunden, 35 Minuten

      Wenn du mich schon zitierst, dann sei bitte genau.
      Ich sagte 'Zu denken, wir Menschen könnten willentlich die globale Erdtemperatur beeinflussen, ist Größenwahn'

      Willentlich. Gesteuert. Mit gewünschtem, definiertem Outcome.

      In diesem Kontext erscheint deine Kritik ohne jede weitere Begründung jedenfalls nicht angebracht. Selbstverständlich bin ich bereit, auf deine Argumente einzugehen, sollten sie noch folgen.

    • funkelfels, vor 396 Tagen, 22 Stunden, 17 Minuten

      Also nach dir streiten wir nur darum was willentlich bedeutet, weil Treibhausgase produzieren sei alles "unwillentlich"....

      Auch komische Ansicht...

    • cyana, vor 396 Tagen, 21 Stunden, 42 Minuten

      Metadiskussionen langweilen mich. Ich habe klar expliziert, worum es geht - nämlich dass wir technologisch nicht im Stande sind, das Klima nach unseren Vorstellungen zu gestalten. Solltest du anderer Meinung sein, dann trage Argumente dazu vor, ansonsten bedanke ich mich für das Gespräch und betrachte es als beendet.

    • funkelfels, vor 396 Tagen, 21 Stunden, 29 Minuten

      Das ist keine "Metadiskussion" sondern eines deiner (Pseudo-)Argumente.

      Also du leugnest nicht den Einfluss des Menschen auf das Klima? So weit so gut. Der Mensch ist halt sehr wohl ein bestimmender Faktor in vielen Bereichen auf diesen Planeten geworden!

      Was leugnest du dann? Die menschliche Ratio, das auch willentlich tun zu können?

      Das lässt jetzt eher nur auf dein Menschenbild schließen... Sich vor globalen Dummheit zu beugen ist auch sehr vorauseilend resignierend..

    • cyana, vor 396 Tagen, 20 Stunden, 21 Minuten

      Also noch einmal in kompakter Form:

      1. Ich bezweifle, dass es technisch möglich ist, das Klima der Erde in eine gewollte Richtung zu lenken, oder gar zu konservieren.

      2. Der Einfluss des atmosphärischen CO2 auf das Erdklima wird völlig überschätzt. Dazu ist es in zu geringen Konzentrationen (400 ppm) vorhanden, und viel zu wenig potent. Für den Treibhauseffekt verantwortlich ist in erster Linie der Wasserdampf, dessen Entstehung wir weder beeinflussen noch verhindern können.

      Und die Conclusio daraus:
      Senken der CO2 Emissionen zum Zwecke des Klima-Engineerings ist völlig sinnlos.

    • funkelfels, vor 396 Tagen, 20 Stunden, 9 Minuten

      Nunja, dass ist zumindest schon mal eine Aussage statt die depperte Polemik von vorhin.

      Stimmt ja schon das Wasserdampf das wichtigste Treibhausgas ist und der Treibhauseffekt schon jahrmillionen natürlich existiert und auch mehrere Dutzend grad ausmacht, ganz ohne wäre es ziemlich kalt. Es ist aber trotzdem nicht das einzige Treibhausgas und jedes CO2 Molekühl ist halt potenter als ein H2O Molekühl.

      Jetzt einfach zu sagen 'ppm' das klingt so klein, das kann nicht wirken, ist wieder haltlose depperte Polemik. Sonst kannst du mal bitte einmal ein wenig Luft mit 300ppm Cyanwasserstoff einatmen? Weil 300ppm ist in eine ach soooo gerine Konzentration, das kann doch gar nicht soo tötlich sein...

    • cyana, vor 396 Tagen, 10 Stunden, 57 Minuten

      400 ppm CO2 im Gegensatz zu 40.000 ppm Wasserdampf in der Atmosphäre - davon spreche ich.

      Selbst wenn CO2 gleichermaßen Treibhaus-wirksam wäre wie Wasserdampf, ist es auf Grund seiner geringen atmosphärischen Konzentration vernachlässigbar. Doch ist bislang nicht einmal schlüssig nachgewiesen, dass CO2 überhaupt ein Treibhausgas ist; und selbst wenn, kommt es in seiner Wirksamkeit nicht annähernd an Wasserdampf heran.

      Wenn du dich erinnerst, wie der Treibhauseffekt funktioniert, wird das auch intuitiv einsichtig - CO2 ist wesentlich 'durchsichtiger' als Wasserdampf - das wird jeder Saunabesucher bestätigen. Natürlich geht es nicht um sichtbares Licht, sondern um IR-Absorbtionsbänder, aber auch hier liegt Wasserdampf weit voran.

      Was ich hier versuche zu artikulieren ist lediglich, dass man sich mit CO2 den falschen Feind ausgesucht hat. Das soll den Umweltschutz in keiner Weise geringschätzen, im Gegenteil - es sollte dazu führen, dass die Mittel in sinnvolle Umweltschutzmaßnahmen investiert werden, und davon gäbe es reichlich viele.

      Versuche, an unserem Klima herumzudoktern sind grundsätzlich gefährlich. Glücklicherweise fehlen uns dazu derzeit die notwendigen Technologien, und das wird hoffentlich so bleiben. Es mit CO2-Emissionskontrolle zu probieren, hat schon beinahe etwas Rührendes, würden nicht soviele Mittel damit verschwendet.

    • cyana, vor 396 Tagen, 10 Stunden, 36 Minuten

      Redliche Klimatologen werden dir das oben Gesagte auch im Wesentlichen bestätigen. Diejenigen unter ihnen, die dennoch mit dem IPCC sympathisieren, werden dir sagen, dass das CO2 lediglich als benchmark verwendet wird, um den allgemeinen (umweltwirksamen) Emissionsgrad verschiedener Volkswirtschaften zu messen und vergleichbar zu machen. Das ist legitim, solange man weiß, was man tut.

      Mittlerweile läuft die Entwicklung allerdings aus dem Ruder, da die Industrie zunehmend auf CO2-sparende Technologien ausweicht, welche insgesamt wesentlich umweltbelastender sind. So werden z.B. Fahrzeugmotoren auf CO2-arme Emissionen getrimmt. Der Kohlenstoff wird dann eben vermehrt als Russ, HCN und CO emittiert, und arbeitet weniger effizient.

      Das kann es wohl nicht sein.

    • funkelfels, vor 396 Tagen, 3 Stunden, 13 Minuten

      Zuerst ist Wasser im Durchschnitt in der Atmosphäre zu 0.4% (4000ppm) vertreten, nicht die 40000ppm die du zitierst, das ist das Bodennahe und für den Treibhauseffekt zählt die ganze Länge. Also Faktor 1:10.

      Da stimmt ja schon, dass der Treibhauseffekt von H2O wesentlich stärker ist als von CO2. Ersterer macht ca. 30° Celsius aus. Ohne wäre es also ziemlich kalt. Dennoch heißt das nicht das CO2 völlig vernachlässigbar ist. Auch ein Bruchteil mehr, macht dann ein paar °Celsius zusätzlich aus und darum geht es.

      Die Kritik das alles auf CO2-Äquivalente umgerechnet wird teile ich aber. Das habe ich nie verstanden, warum Methan zB auf CO2-Äquivalenz umgerechnet wird. Methan ist eben Methan und nicht CO2.

      Das Fahrzeugmotoron auf hochgiftige C-Alternativen umgestellt werden um CO2 zu reduzieren ist ein G'schichtel. Sorry dazu kann ich nicht mehr sagen.

    • cyana, vor 395 Tagen, 7 Stunden, 51 Minuten

      Dingman gibt den durchschnittlichen atmosphärischen Gehalt an Wasserdampf mit etwa 4% an http://www.uni-kassel.de/fb14/geohydraulik/Lehre/Hydrologie_I/skript/IngHydro3.pdf , aber die Schätzungen schwanken natürlich von Quelle zu Quelle, da der Gehalt sehr von der Temperatur und der Höhe abhängt. 0,4% ist mir allerdings noch in keiner wissenschaftlichen Arbeit untergekommen - hast du vielleicht eine Quelle dazu? Nicht dass ich es dir nicht glaube, mich würde interessieren, wer das publiziert?

      Das mit den Verbrennungsmotoren ist leider kein Märchen, vielleicht finde ich die Beispiele noch. Aber du kannst Automechaniker fragen, die werden dir bestätigen, dass die neuen Motoren alle stark verrußen.

  • Es gibt sie doch noch ...

    reinhard71, vor 397 Tagen, 21 Stunden, 53 Minuten

    .. die Vernünftigen auf dieser Welt. Ich hatte die Hoffnung schon fast aufgegeben. Außerdem: Wenn wir aufhören CO2 auszustoßen, müssen unsere Pflanzen verhungern ;-). Spaß bei Seite. Es ist an der Zeit, dass den ewigen Weltverschlechterern endlich mal das Handwerk gelegt wird. Schlechte Nachrichten lassen sich leider besser verkaufen, und es gib nicht wenige, die damit sehr viel Geld machen.

    • funkelfels, vor 397 Tagen, 11 Stunden, 53 Minuten

      Ich glaube du hast den Artikel oben nicht wirklich verstanden...

  • selten guter Beitrag zum Klima

    co2goodforlife, vor 398 Tagen, 1 Stunde, 42 Minuten

    ich rede seit Jahren über den Unsinn dieses ominösen 2 Grad Zieles.

    1. Schwachpunkt ist schon die Zeitangabe: vor Beginn der Industrialisierung. Meist steht dann nichts dabei, wie hier, man meint aber den Zeitraum um 1750.

    2. Warum mit der kältesten Epoche der letzten 7000 Jahre vergleichen? Zwischen 1600 und 1850 herrschte die Kleine Eiszeit (LIA) und um 1850 erreichten die meisten Gletscher ihre größte Ausdehnung seit ca. 8000 Jahren!

    3. Heute ist das Klima wesentlich vorteilhafter, als um 1750, endlich wieder ein sg. Klimaoptimum, wie zur MWP (mittelalterliche Warmzeit). Nichts daran ist schlecht (noch), wird aber schlecht geredet.

    4. Neue Studien zeigen aber auch, dass die Erwärmung so oder so nicht über diese 2°C bis 2100 schreiten wird, da die Klimasensitivität über CO2 zu hoch angesetzt wurde. Die Klimawissenschaft ist zu einem Politikum verdorben und jetzt vor Paris kommt sicher wieder eine Propaganda Welle auf uns zu, welche die momentan angenehme Klimaepoche durch den Dreck ziehen wird.

    • Amen

      oppe, vor 398 Tagen, 1 Stunde, 35 Minuten

      Meine Worte!!!

    • cyana, vor 398 Tagen, 28 Minuten

      5. Wurde das 2° Ziel ursprünglich auf Mittelwertsbasis von 15°C definiert. Allerdings hat sich herausgestellt, dass die mittlere Temperatur der Erde weiterhin bei etwa 13,5°C liegt. In den nunmehr veröffentlichten Graphen des IPCC wird der ursprüngliche absolute Mittelwert von 15°nicht mehr angegeben, sondern nur mehr relative Abweichungen gezeigt, ohne dazuzusagen, dass die Normative auf 13,5°C gesenkt wurde.

      6. Den Eisbären geht es prima. Ihre Population hat sich seit den 50ern verfünffacht (von 5.000 auf 25.000).

    • @ cyana

      co2goodforlife, vor 397 Tagen, 22 Stunden, 12 Minuten

      es ist unerheblich, ob es 15, 13, oder 16°C im globalen Mittel sind. Nimmt man nur die recht konstante T der Ozean Oberfläche (eisfrei) her, sind es knapp 17°C und es geht wirklich nur um eine Abweichung, eine sg. T Anomalie. Das es seit der LIA bereits um mind. ca. 1°C wärmer geworden ist, steht außer Frage, nur ist das zumindest bisher nichts Schlechtes!

    • cyana, vor 397 Tagen, 21 Stunden, 7 Minuten

      Yo. Worum es geht ist, dass das globale Mittel mit 13,5°C immer noch (im Vergleich zum Mittel von 15°C der vergangenen 10.000 Jahre) zu kühl ist, d.h. die LIA ist noch nicht völlig abgeklungen. Das war auch common sense bis ca. 2000, erst Mann und Bradley haben das 15°C Mittel in den Grafiken durch Relativwerte ersetzt und damit gekonnt verschleiert, dass sich ihre Erwärmung auf ein 13,5C° Mittel bezieht. Daraus entstand das 2°C Ziel. Tatsächlich aber liegt die globale Mittel-Temperatur immer noch 1,5°C unter dem 10.000 Jahr-Mittel von 15°C.

    • funkelfels, vor 397 Tagen, 11 Stunden, 48 Minuten

      "co2goodforlife" auch du hast den Artikel nicht verstanden, erst bejubelst du die Kritik an dem 2°-Ziel. Sie ist eigentlich im Kern etwas anderes ist, als was die meisten Poster hier denken, sondern geht als Kritik an diesen einfachen Messwert alle Diskussionen diversen Effekte menschlichen Tuns am Klima, Gewinner und Verlierer so über einen Kamm zu scheren und zu verstecken, statt im Detail darauf einzugehen. All dem zu trotz nutzt du dann das 2°-Ziel für deine Kritik im Punkt 4 und ignorierst die Kernaussage des Artikels völlig!