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Die Feststiege der Universität Wien von oben

Uni-Berufungen: Deutsche sind größte Gruppe

War früher die Hausberufung an Österreichs Hochschulen die Regel, so hat sich das mittlerweile geändert. Eine statistische Auswertung zeigt: In den vergangenen zehn Jahren wurden fast immer mehr Professoren von ausländischen Unis berufen als aus dem Inland - vor allem von deutschen Hochschulen wechseln viele Wissenschaftler nach Österreich.

Wissenschaftspolitik 09.07.2015

200 bis 300 neue Professoren jährlich

Die Universitäten berufen jedes Jahr zwischen 200 und 300 Professoren neu: Diese Neo-Professuren werden je nach Herkunftsuni in den Wissensbilanzen der Hochschulen in fünf Kategorien geteilt: "Eigene Universität", "andere national", "Drittstaaten", "Deutschland" und "andere EU".

In den meisten Jahren stellen dabei die Professoren aus Deutschland die größte Gruppe. 2013 übertrumpften sie sogar die zusammengerechneten Berufungen aus der eigenen und anderen österreichischen Unis.

2014 wurden insgesamt 238 Professoren berufen: 53 kamen aus der eigenen Uni, 57 aus anderen österreichischen Universitäten, 66 aus Deutschland, 37 aus der restlichen EU und 25 aus Drittstaaten.

Ein Viertel Hausberufungen

Über die Jahre gerechnet wird insgesamt ein Viertel der Professoren aus der eigenen Universität berufen: In den vergangenen fünf Jahren wurden 342 von 1.280 Professuren durch interne Kandidaten besetzt. Spitzenreiterin bei Hausberufungen ist dabei die Musikuni Wien: Sie besetzte in den vergangenen drei Jahren 15 von 27 Professuren mit Hauskandidaten.

Das vergleichbare Mozarteum in Salzburg kam im gleichen Zeitraum auf nur eine Hausberufung bei ebenfalls 27 Professuren, die Kunstuni Graz auf drei von 17. Selbst die Uni Wien besetzte nur 18 Professuren intern - und das bei insgesamt 160 neuen Professoren.

science.ORF.at/APA

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