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Schemtaische darstellung des Gehirns

Schädel-Hirn-Trauma-Patienten geht es besser

Nach Verkehrs- oder Arbeitsunfällen gehören Schädel-Hirn-Traumen zu den gefährlichsten Verletzungen. Je schneller die Diagnose und je besser die Erstversorgung, desto besser für die Patienten: Mit diesem Prinzip konnte laut einer neuen Studie die Sterberate Betroffener in Österreich zwischen 2009 und 2012 von 31 auf 23 Prozent gesenkt werden.

Medizin 20.07.2015

In einem Forschungsprojekt versuchten Experten die Akutversorgung von Patienten in 14 österreichischen Trauma-Zentren zu verbessern. Sie analysierten die Daten aller eingelieferten Unfallopfer. In einer ersten Phase erhoben sie die Daten von 408 Patienten mit einem Schädel-Hirn-Trauma ab einem bestimmten Schweregrad.

Erfolgreiche Umsetzung von Empfehlungen

Die Studie:

"Factors that may improve outcomes of early traumatic brain injury care: prospective multicenter study in Austria" von Alexandra Brazinova und Kollegen ist am 16. Juli 2015 im "Scandinavian Journal of Trauma, Resuscitation and Emergency Medicine" erschienen.

Auf dieser Basis entwickelten die Forscher eine Reihe von Empfehlungen: darunter die direkte Einlieferung in ein spezialisiertes Zentrum nach dem Unfall, bessere Überwachungs- und Beatmungsmaßnahmen vor Eintreffen im Krankenhaus und eine möglichst schnelle Untersuchung der Verletzten per Computertomografie danach.

Dann setzten die Kliniken in der zweiten Phase die Empfehlungen um. Dabei wurden die Daten und Behandlungsergebnisse bei 325 weiteren Schädel-Hirn-Trauma-Patienten analysiert. Das Ergebnis war ausgesprochen positiv. "Die Spitalsmortalität wurde von 31 auf 23 Prozent reduziert", berichtet das Team um Alexandra Brazinova von der Internationalen Gesellschaft zur Erforschung von Hirntraumata (IGEH) in Wien.

Gleichzeitig wurden weniger schlechte Behandlungsergebnisse registriert. Deutlich mehr Verletzte überlebten, bei denen man von vornherein nicht so sicher war. An der Studie waren neben der IGEH auch Experten von der Wiener Universitätsklinik (MedUni Wien/AKH), dem Lorenz-Böhler-Unfallkrankenhaus in Wien und dem LKH Wiener Neustadt beteiligt.

science.ORF.at/APA

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