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auf einer Computertastatur wird eine blaue Taste gedrückt, auf der "Open access" steht

Elsevier-Boykott: FWF unterstützt Niederlande

Wie science.ORF.at kürzlich berichtete, drohen die niederländischen Universitäten dem Verlagsriesen Elsevier mit Boykott. Der Fonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung (FWF) erklärt sich nun in einer Aussendung mit den Niederländern solidarisch.

Open Access 21.07.2015

Die niederländischen Universitäten wollen, dass bis 2024 alle Arbeiten ihrer Wissenschaftler frei zugänglich sind. "Open Access" heißt diese Bewegung, die auch in anderen Ländern immer mehr Unterstützer findet. Die Niederländer verfolgen dabei den sogenannten "Goldenen Weg". In diesem Fall zahlen Unis bzw. Forschungszentren für die Veröffentlichung einer Arbeit, auf die dann jedermann frei zuzugreifen kann.

Mit einigen Verlagen wie Springer oder Wiley hat die Vereinigung der niederländischen Unis entsprechende Vereinbarungen erzielen können. Mit Elsevier, dem größten Wissenschaftsverlag der Welt,
war das bisher nicht möglich, so der Chefverhandler und Präsident der Radboud Universität, Gerard Meijer. Die Konsequenz: Die Niederländer haben nun begonnen einen großflächigen Boykottplan in die Tat umzusetzen.

FWF: "Elsevier nicht zu Verhandlungen bereit"

Darauf hat der FWF in einer Aussendung reagiert. Darin heißt es, man unterstütze die Bemühungen der Niederlande, von Großbritannien sowie der deutschen Max-Planck-Gesellschaft (MPG), das wissenschaftliche Publikationssystem ohne Mehrkosten so schnell als möglich auf Open Access umzustellen. Österreich gehöre mit den beiden Ländern und der MPG zu den Ländern, die weltweit die ersten Open-Access-Abkommen geschlossen haben.

So wurden 2014 Vereinbarungen mit den Verlagen IoP Publishing und Taylor & Franics erzielt, Verhandlungen mit anderen Verlagen seien unter Einbeziehung der Universitätenkonferenz (uniko) im Laufen. "Bedauerlicherweise war Elsevier bisher nicht bereit, Verhandlungen mit Österreich über Open Access zu führen", betont man beim FWF. Für die Verlängerung der derzeitigen Verträge mit dem Verlag könnten die Erfahrungen der Niederländer "sehr nützlich" sein.

Im "Open Access Network Austria", dem fast 50 Institutionen angehören, wird seit 2012 an einer konkreten Open-Access-Strategie für Österreich gearbeitet.

science.ORF.at/APA

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