Standort: science.ORF.at / Meldung: "Belegt: Schlangen kamen vom Land"

Künstlerische Darstellung der Schlange Tetrapodophis amplectus

Belegt: Schlangen kamen vom Land

Ein aus Brasilien stammendes Fossil einer vierbeinigen Schlange ist nach Ansicht von Experten ein einmaliger Beleg dafür, dass die Vorfahren der heutigen Schlangen tatsächlich vom Land und nicht aus dem Meer stammen. Der Studie zufolge lebte Tetrapodophis amplectus vor 100 bis 150 Millionen Jahren in der Kreidezeit.

Abstammung 24.07.2015

Das Fossil lag jahrzehntelang in einem Museum im bayerischen Solnhofen. Der an der Studie beteiligte Forscher David Martill von der Universität Portsmouth entdeckte bei einer Studienreise die Bedeutung des Fundes.

Endgültiger Beweis

Die Studie in "Science":

"A four-legged snake from the Early Cretaceous of Gondwana" von D.M. Martill et al., erschienen am 24. Juli 2015.

Das Urzeit-Reptil war laut den Forschern ebenso beweglich wie heutige Schlangen und hat wie diese seine Beute durch Muskelbewegungen erstickt. Auch die Physiognomie sei ähnlich, mit einer kurzen Schnauze, einem länglichen Körper, Fangzähnen und einem sehr beweglichen Kiefer, um Beute zu verschlingen.

Fossil von Tetrapodophis amplectus

Dave Martill, University of Portsmouth

Die Beine von Tetrapodophis amplectus in Nahaufnahme.

Der große Unterschied zu ihren Nachfahren sind jedoch demnach die vier Gliedmaßen gewesen, mit denen Tetrapodophis amplectus - übersetzt heißt das so viel wie "Vierbeinschlange" - Beute gefangen oder sich bei der Paarung berührt hat. Zur Fortbewegung allerdings seien die Gliedmaßen vermutlich nicht benutzt worden.

Unter Experten ist umstritten, ob die heute lebenden Tausenden Schlangenarten aus im Meer oder auf dem Land lebenden Vorfahren hervorgegangen sind. Nach Ansicht der Autoren der nun veröffentlichten Studie liefert Tetrapodophis amplectus den Beweis, dass letzteres der Fall ist. Es sei vor allem das Fehlen einer langen, flachen Schwanzflosse, der die Vierbeinschlange von Meerestieren unterscheide. Bei Krokodilen etwa ist so ein Schwanz vorhanden, was für deren Abstammung von Wasserbewohnern spricht.

science.ORF.at/APA/AFP

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