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Wespe frisst Zucker

Forscher: "Wespenplage ist eine Erfindung"

Die aktuell diskutierte Wespenplage sei nur eine gefühlte, erklärte der Zoologe Christian Erhard von der Universität für Bodenkultur. "Sie steht jedes Jahr um diese Zeit in sämtlichen Zeitungen, weil die Bevölkerung noch nicht verstanden hat, dass Wespen im Hochsommer das Maximum ihrer Volksgröße erreichen", sagte er.

Medien 11.08.2015

Ob man ihr Vorkommen als Plage bezeichnet, sei eine persönliche und unsachliche Empfindung. Es könne auch niemand sagen, ob es mehr Wespen gibt als in vorigen Jahren. "Das hat keiner gezählt, und es ist lokal so unterschiedlich, dass man keine generellen Aussagen machen kann", so Erhard.

Nicht aggressiv, nur aktiv

Auch einer besonderen Aggressivität, die Schädlingsbekämpfer medial verkünden, kann er nichts abgewinnen. "Je wärmer es ist - bis zu einer gewissen Grenze natürlich -, umso aktiver sind die Wespen, und umso mehr bewegen sie sich und fliegen herum", sagte er. Das sei ein biochemisches Phänomen und mag von Laien als erhöhte Aggressivität aufgefasst werden, sei aber keine Besonderheit, so der Tierforscher.

"Im Gegensatz zum zweiten Hit, der jedes Jahr in den Zeitungen auftaucht, nämlich der Gelsenplage im Frühsommer, wirkt sich die Witterung nur ganz gering auf die Anzahl der Wespen aus", erklärte er. Die Gelsen seien tatsächlich je nach den Niederschlägen in den Wochen vor dem Schlüpfen in einem Jahr mehr, in anderen weniger. Auch bei der Zahl der Wespen gäbe es freilich Schwankungen, "aber nicht in dem Ausmaß wie bei den Gelsen", so Erhard.

science.ORF.at/APA

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