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Von Schlauchpilz befallenes Eschenblatt

Schlauchpilz bedroht Eschen

Ein eingeschleppter aggressiver Pilz schädigt seit zehn Jahren die Eschen in Österreich. Einzelne Populationen sind bereits ausgestorben. Um dieses "stille" Artensterben zu verhindern, haben das Bundesforschungszentrum für Wald und die Boku ein Projekt gestartet, in dessen Rahmen resistente Exemplare gezüchtet werden sollen.

Artensterben 13.08.2015

Der Übeltäter heißt mit lateinischem Namen Hymenoscyphus fraxineus und ist ein aus Ostasien eingeschleppter Schlauchpilz. Er führt laut BFW zu Schädigungen der Rinde, die sich ausbreiten und ganze Äste absterben lassen. Da das Triebsterben Sämlinge befällt, sind junge Pflanzen besonders betroffen.

In Österreich ist das Eschentriebsterben nach Angaben von Gernot Hoch vom BFW vor allem im nieder- und oberösterreichischen Alpenvorland sowie in der Steiermark zu beobachten. Mit herkömmlichen Mitteln lässt sich der Hymenoscyphus fraxineus nicht bekämpfen. "Fungizide kann man ja nicht großflächig gegen Pilze im Wald einsetzen", sagte Hoch.

Suche nach resistenten Eschen

Nicht sämtliche Eschen reagieren jedoch gleich auf den Schlauchpilz. Es gibt Exemplare, die keine oder nur geringe Schädigungen aufweisen, sodass die Forscher davon ausgehen, dass sie eine genetisch bedingte Resistenz aufweisen. Da diese widerstandsfähigen Eschen nur vereinzelt vorkommen, können sich auf natürlichem Weg keine Populationen entwickeln, denen der aggressive Pilz nichts anhaben kann. Dieses "Manko" ist der Ausgangspunkt des Züchtungsprojekts von BFW und Boku, für das noch resistente Eschen gesucht werden.

"Die Auslese resistenter Eschen und deren Vermehrung ist vermutlich die einzige erfolgversprechende Möglichkeit, die Krankheit zu bekämpfen", meinte Thomas Gaburek, Leiter des Instituts für Waldgenetik am BFW. Ein Aussterben der Esche würden das mit ihr verbundene Ökosystem nachhaltig schädigen, warnen die Forscher, die für die Identifizierung resistenter Exemplare auf die Unterstützung von Waldbesitzern hoffen.

science.ORF.at/APA

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