Standort: science.ORF.at / Meldung: "Pilotfabrik für "Industrie 4.0" in Wien eröffnet"

Ein Roboterarm beim Stapeln von Ziegeln

Pilotfabrik für "Industrie 4.0" in Wien eröffnet

Die Zukunft der Industrie liegt in Maschinen, die sich selbst steuern und individuelle Produkte erzeugen: Dieser Vision einer "Industrie 4.0" wird ab sofort in Wien nachgegangen. Heute wurde eine entsprechende Pilotfabrik in der Seestadt Aspern offiziell eröffnet.

Wirtschaft 24.08.2015

Die Technische Universität (TU) Wien hat die Modell- und Forschungsfabrik gemeinsam mit 20 Unternehmen - darunter Bosch, Siemens und SAP - gegründet. Die Hälfte der Investitionssumme von vier Millionen Euro wird vom Technologieministerium (BMVIT) finanziert, der Rest von der TU und den beteiligten Unternehmen.

Wissen ist das Produkt

In der Fabrik sollen keine kommerziellen Produkte für den Markt produziert werden. "Das Produkt der Pilotfabrik ist Wissen", erklärte der zuständige Minister Alois Stöger (SPÖ) am Montag in einer Pressekonferenz. "Weltweit stellen die Produktionskonzerne ihre Arbeit völlig um", sagte Stöger. "Sie vernetzen ihre Zulieferindustrie und ihre Maschinen untereinander." Damit müsse man sich auseinandersetzen. "Diese Entwicklung passiert mit oder ohne uns. Da ist mir schon lieber: mit uns", so Stöger.

"Wir sehen Wissens- und Technologietransfer als unsere wichtigste gesellschaftliche Aufgabe", sagte TU-Rektorin Sabine Seidler. Ziel sei es, die gewonnenen Forschungserkenntnisse in die Praxis überzuführen. "Von Beginn an werden ungefähr 15 Wissenschaftlerinnen und Technikerinnen hier am Standort tätig sein", sagte Seidler. Dazu komme eine Vielzahl von Expertinnen aus den beteiligten Unternehmen.

Individuelle Serien und 3D-Drucker

Geplant ist u.a. eine "variantenreiche Serienfertigung", bei der z.B. maßgeschneiderte Prothesen und an persönliche Bedürfnisse angepasste Autos hergestellt werden. Außerdem wollen die TU Wien und die Unternehmen in der Pilotfabrik individualisierte 3D-Drucker produzieren, die als eine Schlüsseltechnologie für die "Industrie 4.0" gelten.

Bis 2017 soll die Pilotfabrik weiter wachsen: Die Wirtschaftsagentur Wien plant in unmittelbarer Nachbarschaft zum aktuellen Standort eine eigene Fabrikshalle für die Pilotfabrik. Bis dahin sollen auch drei weitere Pilotfabriken ausgeschrieben werden, sagte Stöger. "Wir starten einen Wettbewerb, da können sich Unternehmen und Universitäten in einer Kooperation bewerben."

science.ORF.at/APA

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