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Frau mit Familienpizza

Macht die Portionen kleiner!

Die Portionen im Restaurant, im Supermarkt und auf dem Küchentisch werden immer größer. Laut einer Studie ist das eine der Hauptursachen für Übergewicht. Forscher fordern deshalb: Das "Supersizing" muss ein Ende haben.

Ernährung 05.10.2015

Ein Stück Pizza liegt noch auf dem Teller. Eigentlich ist man schon ziemlich voll und trotzdem wird der letzte Bissen noch aufgegessen. Passiert dieses "Überessen" ständig, kommt es zu Übergewicht. Dieses steigert wiederum das Risiko für Herzkrankheiten, Diabetes und Krebs.

Gareth Hollands von der University und Cambridge hat mit seinem Team nun 61 Studien ausgewertet und geprüft, wie sich Portions-, Verpackungs- und Geschirrgrößen auf die Nahrungszufuhr auswirken. Fazit: Alles wird größer, der Überfluss regiert unserer Ernährung.

Die Studie

"Portion, package or tableware size for changing selection and consumption of food, alcohol and tobacco" von Gareth Hollands und Kollegen ist am 14. September in den "Cochrane Database of Systematic Reviews" erschienen.

Immer größere Verpackungen

Vergleicht man beispielsweise Verpackungen im Supermarkt, so sind diese im Laufe der Jahre deutlich gewachsen. Laut der British Heart Foundation hatte eine herkömmliche Packung Chips in Großbritannien Anfang der 90er Jahre noch 100 Gramm. Mittlerweile ist sie um 50 Prozent schwerer. Auch der im angloamerikanischen Raum beliebte Bagel hat in den letzten Jahren seine Rundung um fast ein Viertel aufgebessert.

Die Daten der rund 6.700 Personen zeigen außerdem, dass auch das Geschirr, von dem wir essen, unser Verhalten beeinflusst. Je größer der Teller oder das Besteck, desto mehr wird gegessen. Das gleiche Verhalten ist auch bei der Größe der Portion zu sehen, denn Menschen fällt es prinzipiell schwer Essen übrig zu lassen.

Auf der einen Seite meinen die Forscher, dass der Konsument die angebotenen Portionsgrößen beeinflussen kann. Bei einem Essen im Restaurant könne man beispielsweise nach kleineren Portionen fragen. Aber auch zu Hause sollte von kleineren Tellern gegessen werden. Zusätzlich sehen sie auch die Regierung in der Verantwortung, besonders bei Verpackungen. Diese müssen schrumpfen, fordern die Wissenschaftler.

Kleiner nicht immer besser

Was allerdings nicht bedeutet, dass kleinere Portionen immer besser sind. Laut einer portugiesisch-niederländischen Studie haben Mini-Verpackungen wiederum einen schlechten Einfluss auf die Selbstkontrolle. Vor allem bei Chips wird eine kleine Portion als nicht so schlimme Sünde empfunden - und steigert den Konsum insgesamt eher, als dass sie ihn bremsen würde.

Nichtsdestotrotz kann die Reduktion von Verpackungsgrößen bei sogenannten Supersize-Angeboten, die vor allem in den USA zu finden sind, helfen. In New York beispielsweise hat sich der ehemalige Bürgermeister Michael Bloomberg für ein Verbot von XXL-Süßgetränken eingesetzt. Dieses stößt jedoch bis heute auf Widerstand und konnte nicht realisiert werden.

science.ORF.at

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