Standort: science.ORF.at / Meldung: "Mehr Thrombosen bei neuen Pillen"

Angebrochene Packung Antibaby-Pille

Mehr Thrombosen bei neuen Pillen

Neuere Anti-Baby-Pillen bergen im Vergleich zu ihren Vorgängern häufig ein wesentlich größeres Thromboserisiko. Zu diesem Ergebnis kommt ein in Deutschland veröffentlichter "Pillenreport". Hormonelle Mittel der älteren Pillen-Generation verhüten zudem genauso sicher wie neuere Präparate.

Verhütungsmittel 09.10.2015

Die neueren Pillen wurden gezielt weiterentwickelt, um beispielsweise für eine reinere Haut zu sorgen oder Schmerzen während der Periode zu lindern - was vor allem auch für junge Frauen interessant ist. Die Ergebnisse des Reports basieren unter anderem auf Informationen der Europäischen Arzneimittel-Agentur EMA und des deutschen Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM). Auch verschiedene Fachartikel wurden ausgewertet.

Neu nicht immer besser

"Vor allem bei jungen Frauen, die nicht rauchen und kein Übergewicht haben, spricht auf den ersten Blick auch nichts gegen die neuen Präparate", erklärt Gerd Glaeske von der Uni Bremen. "Aber neu ist nicht immer gleich besser, im Gegenteil: Die Pillen der früheren Generationen schützen genauso gut vor einer ungewollten Schwangerschaft und haben ein geringeres Thromboserisiko."

Das BfArM hat nach eigenen Angaben zuletzt 2013 zusammen mit den anderen europäischen Behörden neuere Studien und Daten zu den Risiken sogenannter kombinierter oraler Kontrazeptiva (KOK) untersucht. Daraus ging hervor, dass der Nutzen bei allen zugelassenen neueren Pillen zwar die Risiken überwiegt. Bei den drospirenonhaltigen Mitteln der neueren Generation ist das Risiko für einen bestimmten Venenverschluss, die venöse Thromboembolie, demnach aber mit neun bis zwölf Anwenderinnen pro 10.000 Frauen erhöht. Dem gegenüber stehen fünf bis sieben Patientinnen pro 10.000 Frauen bei älteren Mitteln.

science.ORF.at/APA/dpa

Mehr zum Thema: