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Schlafende Frau

Lernen im Schlaf braucht Ruhe

Schlaf hilft beim Lernen von Vokabeln, wenn man sich die bereits gelernten Wörter im Schlaf vorspielen lässt. Neues kann hingegen nicht gelernt werden, so das Ergebnis einer Studie. Und man sollte das Gehirn in Ruhe arbeiten lassen.

Gedächtnis 28.10.2015

Die Forscher um den Biopsychologen Björn Rasch von der Schweizer Universität Fribourg ließen deutschsprachige Versuchspersonen niederländische Wörter lernen und danach im Labor während drei Stunden schlafen.

Aus früheren Untersuchungen wussten sie bereits, dass leises Vorspielen der Wörter die Erinnerung verbessert. Also versuchten sie den Probanden dieses Mal noch mehr Informationen einzuflüstern. Zusätzlich zu den holländischen Wörtern lieferten sie noch die deutschen Übersetzungen nach. Mit falschen Übersetzungen versuchten sie außerdem, das Vergessen zu fördern.

Die Studie in "Nature Communications":

"Auditory feedback blocks memory benefits of cueing during sleep" von B. Rasch et al., erschienen am 28. Oktober 2015.

"Zu unserer Überraschung konnten wir weder das Erinnern verbessern, noch ein Vergessen bewirken", so Rasch in einer Mitteilung des Schweizerischen Nationalfonds(SNF) zitiert. Der ursprüngliche Effekt von rund zehn Prozent mehr erinnerten Wörtern konnte nur beim alleinigen Abspielen von holländischen Wörtern im Schlaf bestätigt werden.

Mehr Schaden als Nutzen

"Das Abspielen eines zweiten Wortes direkt nach dem Ersten scheint jedoch die relevanten Gedächtnisprozesse zu stören, die zuvor aktiviert wurden", erklärt Rasch. Laut den Forschern ist also nicht die gesamte Information wichtig, die das Gehirn erhält, sondern lediglich ein "Anschubsen", um die Erinnerung zu verstärken. Die Resultate des Gedächtnistests fanden auch in den Hirnströmen der Versuchspersonen ihre Entsprechung.

In einem Folgeexperiment konnten die Forscher zudem zeigen, dass der Zeitraum zwischen den Wortpaaren entscheidend ist. Folgte die deutsche Übersetzung anstatt nach 0,2 Sekunden erst nach zwei Sekunden, verschwand die störende Wirkung. Die Verstärkung blieb aber weiterhin aus.

"Für uns sind diese Resultate ein weiterer Beleg, dass der Schlaf die Gedächtnisbildung fördert. Dabei aktiviert das Gehirn spontan zuvor gelernte Inhalte. Durch das Abspielen können wir diese Wirkung verbessern", folgert Rasch.

Ob es bald eine App geben wird, mit der die Noten bei Vokabel-Prüfungen verbessert werden können, ist zurzeit noch ungewiss. "Wir möchten jetzt unbedingt aus dem kontrollierten Schlaflabor in den Alltag gehen und sehen, ob die Wirkung auch unter realistischen Bedingungen erzielt werden kann", sagt Rasch.

science.ORF.at/APA/sda

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