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Borkenkäfer im Holz

Mit Drohnen gegen Borkenkäfer

Borkenkäfer haben alleine in diesem Sommer österreichweit 1,6 Millionen Festmeter Holz vernichtet. Das soll ein Ende haben. Ein steirisches Startup rückt den Schädlingen nun mit High-Tech zu Leibe.

Schädlinge 02.11.2015

Ein Physiker, ein Maschinenbauer sowie ein Forstwirt trafen sich im Jahr 2013, um Borkenkäfern den Kampf anzusagen. Innerhalb der nächsten zwei Jahre entwickelten sie eine Spektralkamera samt Multicopter, um den Schädling aus der Luft orten zu können.

"Ich bin selbst Forstwirt und für mich ist es wichtig, Borkenkäfer-Schäden möglichst früh zu entdecken. So bleibt der Wert des Holzes erhalten", erklärt Kurt Wöls, Leiter der Firma "Festmeter".

Warnung per E-Mail

Ö1 Sendungshinweis:

Dem Thema widmet sich auch ein Beitrag in Wissen aktuell: 2.11., 13:55 Uhr.

Der Multicopter hat die Testphase erfolgreich bestanden und fliegt über Baumkronen, wo er sämtliche relevanten Daten aufzeichnet. Natürlich innerhalb der gesetzlichen Regelungen, die für diese "unbemannten Luftfahrzeuge" gelten. Ein speziell entwickelter Algorithmus wandelt diese Daten in Grafiken um.

Mann mit Drohne

Festmeter

Drohne mit Spektralkamera

Wöls: "Das Gebiet wird gerastert, die Kamera erfasst Daten von der Natur, die für das menschliche Auge nicht erkennbar sind. Die speziellen Spektralbereiche ermöglichen es, gesunde von kranken Bäumen auseinander zu halten. Neben Borkenkäfer-Schäden können wir so auch liegende Bäume finden oder Bestandsanalysen durchführen."

Und so funktioniert das System in der Praxis: Förster und Waldbesitzer bekommen eine E-Mail mit den GPS-Koordinaten von jenen Orten, an denen die Daten Auffälligkeiten zeigen. Auf einer eigenen Landkarte zeigen entsprechende Warndreiecke diese "Hot Spots" an.

Sobald die Temperaturen nächstes Jahr die 18-Grad-Marke überschreiten, beginnt eine neue Borkenkäfer-Saison. Derzeit überwintern die Schädlinge in den Rinden befallener Bäume. Für Wöls der perfekte Zeitpunkt, um mit der Präventionsarbeit zu beginnen, hatte doch vor allem der extreme Sommer eine rasante Entwicklung der Schädlinge begünstigt:

"Gerade nach dem heißen Sommer gehen wir von massiven Borkenkäferschäden im Wald aus. Der Winter eignet sich gut, gestresste Bäume zu finden - vorausgesetzt, sie sind noch nicht von Schnee bedeckt."

Sarah Kriesche, Ö1-Wissenschaft

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