Standort: science.ORF.at / Meldung: "Seeham: Ein Ort auf dem Weg zum "Biodorf""

Blumen auf einer Wiese

Seeham: Ein Ort auf dem Weg zum "Biodorf"

Klimaschutz ist nicht nur ein Thema für Politik und Diplomatie. Er kann auch in kleinen Gemeinden funktionieren. Das zeigt der Klimaschutzpreis, der zum 8. Mal von ORF und Umweltministerium verliehen wurde. Ein Preisträger: die Gemeinde Seeham in Salzburg.

Klimaschutzpreis 2015 10.11.2015

172 Projekte wurden in den Kategorien "Gemeinden und Regionen", "Tägliches Leben", "Landwirtschaft" und "Betriebe" eingereicht, eine Jury und das ORF-Publikum wählten die Sieger aus.

Erstes "Biodorf" Österreichs

"heute konkret"

Über die Verleihung der Klimaschutzpreise 2015 berichtet auch "heute konkret" am 10. November 2015 um 18.30 Uhr auf ORF2. Außerdem fasst eine Sondersendung am 12. November um 22.55 Uhr auf ORF2 noch einmal die Gewinnerprojekte und die Highlights der Verleihung zusammen.

Sendungshinweis Ö1

Über den Klimaschutzpreis berichtete auch das Morgenjournal am 10. November 2015.

Links:

Soll Klimaschutz das zentrale Motiv einer ganzen Gemeinde werden, müssen alle an einem Strang ziehen. Das Leitbild von Seeham wurde deshalb in Zusammenarbeit zwischen Politik, Landwirtschaft und Betrieben sowie sozialen und kulturellen Einrichtungen erarbeitet.

Der Ort mit knapp 2.000 Einwohnerinnen und Einwohnern möchte das erste zertifizierte Biodorf Österreichs werden. Auf dem Weg zum Biodorf ist man in Seeham schon recht weit gekommen. 80 Prozent der Bauernhöfe sind bereits auf Bio-Landwirtschaft umgestellt.

"Wächst wie ein Baum"

Es gibt zahlreiche Bio-Betriebe und auch beim Verkehr setzt man auf Klimaschutz. So erkunden Touristen den nahe gelegenen Obertrumersee nicht mit einem stinkenden Dieselboot, sondern per Elektroausflugsschiff. Im Ort stehen E-Bikes und ein Elektroauto zur Verfügung.

"Das ganze Projekt wächst wie ein Baum: Langsam, aber beständig. Immer mehr Menschen sind überzeugt, dass es für unsere Zukunft sehr wichtig ist", sagt Bürgermeister Peter Altendorfer.

Junge machen Energieführerschein

Dass man beim einzelnen Menschen mit dem Klimaschutz beginnen muss, davon sind auch die Umweltberatung Wien und die Wiener Volkshochschulen überzeugt. Der in der Kategorie "Tägliches Leben" mit dem Klimaschutzpreis ausgezeichnete Energieführerschein soll ein Schritt in diese Richtung sein. Der Energieführerschein ist eine dreitägige Schulung im Energiesparen - am Arbeitsplatz und zuhause.

Der Energieführerschein wurde bisher von 400 Menschen absolviert, viele davon sind Lehrlinge bei Betrieben der Stadt Wien. Und: Er gehört verpflichtend dazu, will ein junger Mensch über die Volkshochschulen die Pflichtschule abschließen.

Die weiteren Preise erhielten Mandl's Ziegenkäse in Lichtenegg (Niederösterreich, Kategorie "Landwirtschaft") und die Ringana GmbH in Hartberg (Steiermark, Kategorie "Betriebe"). Einen Sonderpreis erhielt die WEB Windenergie AG in Pfaffenschlag (Niederösterreich, Unternehmen Energiewende).

Elke Ziegler, science.ORF.at

Weitere Meldungen zum Thema Klima: