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Lisa Pathfinder hebt ab

Europa will Gravitationswellen im All messen

Um Gravitationswellen im All zu erforschen, hat die Europäische Weltraumorganisation (ESA) einen neuen Satelliten gestartet. "LISAPathfinder" hob am Donnerstagfrüh (MEZ) vom Weltraumbahnhof Kourou im südamerikanischen Französisch-Guayana an Bord einer Vega-Trägerrakete ab.

Satellit gestartet 03.12.2015

Der Pfadfinder soll für ein in etwa 20 Jahren geplantes großes Weltraumobservatorium neue Technik testen, mit der diese Wellen künftig aufgespürt werden sollen. Sie gehören zu den am schwersten fassbaren Kräften im Universum.

Der Start war wegen technischer Probleme bei der Trägerrakete um einen Tag verschoben worden. Der Satellit der 430 Millionen Euro teuren Mission soll Mitte Februar 2016 rund 1,5 Millionen Kilometer von der Erde entfernt Richtung Sonne an sein Ziel kommen.

Feuertaufe im Weltall

"Nach vielen Jahren von Entwicklungen und Erprobungen auf der Erde kommt nun endlich die Feuertaufe, die wir nur im Weltraum vornehmen können", sagte Paul McNamara, ESA-Projektwissenschaftler für LISA Pathfinder. Gebaut hat den Satelliten Airbus Defence and Space. "Pathfinder testet die Technik im All, weil es auf der Erde zu viele Störungen gibt", sagte der Airbus-Direktor für Erdbeobachtung, Navigation und Wissenschaft, Eckard Settelmeyer.

Der Satellit soll Mitte Februar 2016 rund 1,5 Millionen Kilometer von der Erde entfernt Richtung Sonne sein Ziel erreichen. Der Ort wird Lagrange-Punkt L1 genannt. "Das wird eine schwierige Strategie", sagte der Chef des Esa-Flugbetriebs, Paolo Ferri, im Kontrollzentrum in Darmstadt. "Wir müssen dafür mehrmals die Flugbahn ändern." Arbeiten dürfte Pathfinder ziemlich wahrscheinlich dann ein Jahr lang.

Vorhersage von Albert Einstein

Was das spätere Großprogramm vorhat, soll der Pfadfinder im Kleinformat ausprobieren. In ihm befinden sich zwei jeweils zwei Kilogramm schwere Würfel mit einer Gold-Platin-Legierung und einer Kantenlänge von 46 Millimeter. Sie haben einen Abstand von 38 Zentimeter zueinander. Mit winzigen, etwa zehnmal pro Sekunde erfolgenden Triebwerksschüben soll der Satellit seine Position präzisieren.

Gravitationswellen - eine Vorhersage von Albert Einsteins Allgemeiner Relativitätstheorie - gehören zu den am schwersten fassbaren Kräften im Universum. Die Wellen breiten sich im Vakuum mit Lichtgeschwindigkeit aus und verbiegen den Raum, ähnlich wie die Wellen eines ins Wasser geworfenen Steins eine Seeoberfläche kräuseln.

Jeder beschleunigte Körper sendet der Theorie zufolge Gravitationswellen aus, die umso stärker sind, je mehr Masse der Körper hat und je schneller er sich bewegt. Die Wellen ließen sich bisher nicht direkt nachweisen. Es gibt aber auch kaum ernsthafte Zweifel an ihrer Existenz.

science.ORF.at/dpa

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