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Lächelnde Frau

Glück verlängert das Leben nicht

Leben glückliche Menschen länger? Ja - aber nicht deswegen, weil sie glücklich sind, lautet die Antwort britischer Forscher. Glückliche Menschen seien gesünder, weil sie einen gesünderen Lebensstil pflegen.

Medizin 10.12.2015

Bette Liu von der Universität von New South Wales in Australien und Co-Autor Sir Richard Peto, Epidemiologe aus Oxford, hatten vor zehn Jahren Fragebögen an die Teilnehmerinnen der "One Million Women Study" in Großbritannien verschickt - und darin unter anderem Gesundheitszustand, psychisches Wohlbefinden, Stress, Entspannung und ähnliche Faktoren abgefragt.

Die Antworten verknüpften die Forscher mit den Sterblichkeitsraten der Frauen. Deren Durchschnittsalter lag zu Beginn der Untersuchung bei 59 Jahren.

"Viele verwechseln Ursache und Wirkung"

"Krankheit macht an sich unglücklich. Aber Unglücklichsein selbst macht nicht krank", fasst Liu die Ergebnisse der Auswertung zusammen: "Wir haben keinen direkten Effekt von Unglücklichsein oder von Stress auf die Mortalität feststellen können - sogar in dieser zehn Jahre lang dauernden Studie mit einer Million Frauen."

Jede sechste Probandin hatte angegeben, unglücklich zu sein. Im Beobachtungszeitraum war es in dem Kollektiv zu 30.000 Todesfällen gekommen.

Peto äußert sich ähnlich: "Viele Menschen glauben, dass Stress oder Unglücklichsein direkt Krankheiten auslösen können. Sie verwechseln aber einfach Ursache und Folgewirkung."

Zwar gebe sehr wohl es einen statistischen Zusammenhang zwischen Lebensglück und Lebenserwartung, schreiben die Forscher in ihrer Studie - die Verbindung sei aber nur eine indirekte.

Die eigentliche Ursache sei wohl bei den klassischen Risikofaktoren zu suchen. Diese sind nämlich unter Unglücklichen stärker verbreitetet: Jene Frauen, die laut Befragung unglücklich waren, griffen häufiger zur Zigarette, betrieben weniger Sport und hatten seltener einen fixen Lebenspartner.

science.ORF.at/APA

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