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Vorderseite der Nobelpreis-Medaille

Nobelpreise 2015 wurden verliehen

Der schwedische König Carl XVI. Gustaf hat Donnerstagnachmittag in Stockholm die wissenschaftlichen Nobelpreise und den Literaturnobelpreis 2015 überreicht. Ausgezeichnet wurden Arbeiten zu Malaria, zur Masse von Neutrinos, zu Konsum sowie zum Erbgut.

Auszeichnung 11.12.2015

Mit dem Literaturnobelpreis wurde in Stockholm die 67 Jahre alte Weißrussin Swetlana Alexijewitsch geehrt. Die gelernte Journalistin erhielt die Auszeichnung "für ihr vielstimmiges Werk, das dem Leiden und dem Mut in unserer Zeit ein Denkmal setzt".

Von Malaria bis zu Neutrinos

Der Medizinpreis ging an die Parasitenforscher Youyou Tu aus China, Satoshi Omura aus Japan sowie den in den USA lebenden, gebürtigen Iren William Campbell. Dank ihrer Erkenntnisse über Tropenkrankheiten wie Malaria konnten Millionen Menschen gerettet werden.

Die Medizinnobelpreisträger William Campbell, Satoshi Omura und Youyou Tu, daneben die Literaturpreisträgerin Svetlana Alexievitch und der "Ökonomienobelpreisträger" Angus Deaton

APA/AFP/Soren Andersson

Die Medizinnobelpreisträger William Campbell, Satoshi Omura und Youyou Tu, daneben die Literaturpreisträgerin Swetlana Alexijewitsch und der "Ökonomienobelpreisträger" Angus Deaton (v.l.n.r) bei der Zeremonie

Die diesjährigen Physikpreisträger sind die Teilchenforscher Takaaki Kajita aus Japan und Arthur McDonald aus Kanada, die bewiesen haben, dass Neutrinos eine Masse besitzen. Die winzigen Teilchen entstehen etwa bei Kernreaktionen in der Sonne.

In der Chemie wurden Tomas Lindahl, Paul Modrich und Aziz Sanca für ihre Arbeiten zur DNA-Reparatur in der lebenden Zelle ausgezeichnet. Die Arbeiten hätten fundamentale Erkenntnisse geliefert, wie lebende Zellen funktionieren - was unter anderem für die Entwicklung von Krebsmedikamenten wichtig sei.

Der "Preis der schwedischen Reichsbank für Wirtschaftswissenschaften zum Andenken an Alfred Nobel" ("Ökonomienobelpreis") wurde dem britisch-amerikanischen konsumforscher Angus Deaton überreicht. Gewürdigt wurden seine Analysen zu Konsum, Armut und Wohlfahrt.

Streit unter Friedensnobelpreisträgern

Die Preise sind mit je acht Millionen schwedischen Kronen (rund 860.000 Euro) dotiert und gehen auf das Testament des Dynamit-Erfinders Alfred Nobel zurück, an dessen Todestag sie verliehen werden.

Schon am frühen Nachmittag bekam das tunesische Quartett für den nationalen Dialog in der norwegischen Hauptstadt Oslo den Friedensnobelpreis 2015 für seine Demokratiebemühungen überreicht - zwei der vier geehrten Parteien stehen derzeit allerdings derzeit in erbittertem Streit.

science.ORF.at

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