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"Rosetta"-Aufnahme von "Tschuri" von 10.12.

Kontakt mit "Philae" noch immer möglich

Weltraumforscher haben die Hoffnung auf eine letzte Kontaktaufnahme mit dem auf dem Kometen "Tschuri" gelandeten Roboter "Philae" noch nicht aufgegeben. "Wir hören weiter hin und hoffen bis Ende Jänner", sagte der Leiter der Kometenmission bei der französischen Weltraumbehörde Cnes, Philippe Gaudon.

Raumfahrt 28.12.2015

"Die Wahrscheinlichkeit eines Kontakts nimmt mit der voranschreitenden Zeit immer mehr ab, aber es ist noch nicht endgültig vorbei", meinte er am Montag gegenüber der Nachrichtenagentur AFP.

Ein langer Kälteschlaf …

Der "Philae"-Lander der europäischen Kometenmission "Rosetta" war am 12. November 2014 als erstes von Menschen geschaffenes Gerät weich auf der Oberfläche eines Kometen gelandet.

Allerdings kam die kühlschrankgroße Sonde auf dem Kometen 67P/Tschurjumov-Gerasimenko ("Tschuri") erst nach mehreren Hüpfern an einer schattigen Stelle abseits des ursprünglich geplanten Landeplatzes zum Stehen, die Sonnensegel bekamen in der Folge nicht genug Sonnenenergie ab. Nach nur 60 Stunden wissenschaftlicher Arbeit fiel "Philae" wegen Energiemangels in einen siebenmonatigen Kälteschlaf.

"Rosetta"-Aufnahme von "Tschuri" vom 10.12.

ESA/Rosetta/MPS for OSIRIS Team MPS/UPD/LAM/IAA/SSO/INTA/UPM/DASP/IDA

"Rosetta"-Aufnahme von "Tschuri" vom 10.12.

… und nun zwei Pieptöne

Erst am 13. Juni meldete sich der Lander erstmals wieder bei seiner Muttersonde "Rosetta", die "Tschuri" umkreist. Nach weiteren Kontaktaufnahmen verstummte "Philae" am 9. Juli erneut. "Der Komet, auf dem 'Philae' gelandet ist, entfernt sich von der Sonne, und damit sinkt die Energie, die von den Sonnensegeln aufgenommen wird", erklärte Projektleiter Gaudon am Montag. Den Berechnungen zufolge dürfte die Sonnenenergie Ende Jänner endgültig zu schwach für den Roboter werden.

Zugleich nähere sich die Muttersonde "Rosetta" derzeit dem Kometen, was die Chancen auf eine Kontaktaufnahme steigere, sagte Gaudon. "In den vergangenen Tagen hatten wir sogar zwei kleine Pieptöne, den erste in der Nacht vom 21. auf den 22. Dezember und den zweiten am 25. Wir sind aber nicht zu hundert Prozent sicher, dass es eine Botschaft von 'Philae' war."

science.ORF.at/APA/AFP

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