Standort: science.ORF.at / Meldung: ""Big Pharma" investiert viel in Krebsforschung"

Eine Hand füllt aus einer Pipette Flüssigkeit in eine andere

"Big Pharma" investiert viel in Krebsforschung

Die Krebsimmuntherapie sorgt in der Pharmabranche für Goldgräberstimmung: Nahezu im Tagesrhythmus werden neue Investitionen und Kooperationen bekannt gegeben. Kein Wunder, haben doch Analysten schon im Jahr 2015 das Marktpotenzial der Krebsimmuntherapie mit bis zu 45 Milliarden Euro beziffert.

Goldgräberstimmung 11.01.2016

1,1 Milliarden Euro - so viel will der französische Pharmakonzern Sanofi in Biotechfirmen investieren und dadurch seine Krebsforschung stärken. Dazu geht das Unternehmen nach eigenen Angaben eine Partnerschaft mit Innate Pharma ein und erhält für rund 400 Mio. Euro Zugang zu einer neuen Krebsimmuntherapie.

Auch Novartis baut aus

Auch der Schweizer Pharmakonzern Novartis baut sein Geschäft mit Immuntherapien zur Bekämpfung von Krebs aus. Zuletzt wurde mit der amerikanischen Surface Oncology ein Lizenzabkommen unterzeichnet, dadurch erhält Novartis Zugang zu vier vorklinischen Forschungsprogrammen, wie Novartis ebenfalls am Montag mitteilte.

Der Konzern verfüge in der klinischen Phase bereits über sieben Forschungsprogramme, mit denen das körpereigene Abwehrsystem gegen Krebs mobilisiert werden soll. Bis Ende 2016 sollen fünf weitere dazu kommen, heißt es in einer Aussendung.

Extrem teure Medikamente

Derzeit läuft die Forschung im Bereich der Krebsimmuntherapie auf Hochtouren, bei der das körpereigene Abwehrsystem mit Antikörpern aufgerüstet wird, damit es Tumorzellen erkennen und zerstören kann. Dabei gelten die US-Konzerne Bristol-Myers Squibb und Merck sowie Roche aus der Schweiz und der britische Rivale Astra-Zeneca als führend.

Bisher sind nur wenige Medikamente zugelassen. Sie sind allerdings extrem teuer, was öffentliche Gesundheitssysteme zunehmend vor Probleme stellen könnte.

science.ORF.at/APA/dpa/Reuters

Mehr zum Thema: