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Pottwale unter Wasser

Mindestens zehn Wale verendet

An der niederländischen und deuten Nordseeküste sind mindestens zehn Pottwale verendet. Eine deutsche Wildtierforscherin meint, dass die Tiere auf ihrer Wanderroute versehentlich in die Nordsee gekommen seien. Weshalb die Tiere sich in die Nordsee verirrten, ist noch unklar.

Nordseeküste 14.01.2016

"Bisher müssen wir davon ausgehen, dass das ein Phänomen ist, das seit vielen hundert Jahren auf der Wanderroute der Pottwale stattfindet", sagte die Leiterin des Büsumer Instituts für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung, Ursula Siebert, der Deutschen Presse-Agentur. Dokumentiert seien Strandungen seit dem 16. Jahrhundert. "Bisher haben wir keine direkten Hinweise, dass ein bestimmter, einzelner Einfluss dazu geführt hat, dass die Tiere in die Nordsee kommen und stranden", erklärte die Forscherin.

Die flachen Gewässer im Bereich des Wattenmeers würden zu einer Art Falle. Gestrandete Tiere zu retten, sei extrem schwierig.

"Passiert immer wieder"

Eine Zunahme der Fälle konnte die Wissenschaftlerin nicht bestätigen. "Es passiert immer wieder", sagte sie. Dass viele Tiere auf einmal stranden, könne damit zu tun haben, dass sich die Pottwal-Bestände erholt hätten und damit mehr Tiere auf die Wanderroute gingen. Warum sie diese verließen, sei unklar. "Man kann auch nicht ausschließen, dass menschliche Einflüsse diese Wanderroute beeinflusst haben."

Michael Dähne vom Deutschen Meeresmuseum in Stralsund erwähnte auch Unterwasserlärm bzw. militärisches Sonar als mögliche Gründe.

Siebert geht davon aus, dass sich die Pottwale meist auf dem Rückweg der Wanderung in arktische Gewässer verirren. Tiere, die in den vergangenen Jahren im deutschen Wattenmeer gefunden wurden, gehörten meist zu Beständen, die sich um die Azoren herum aufhielten. "Wir finden meistens nur Männchen in unseren Gewässern, weil vor allem die Männchen wegen Nahrungsaufnahme die Wanderroute in den Norden auf sich nehmen."

In der Zwischenzeit hat die Bergung der an der niederländischen Küste verendeten fünf Pottwale begonnen. Die Kadaver würden mit einem speziellen Schiff vom Strand der Wattenmeerinsel Texel abtransportiert, teilte das Naturkundemuseum Ecomare mit.

science.ORF.at/dpa

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