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Ebola in Westafrika: Medizinisches Personal transportiert eine Leiche ab

Neuer Ebola-Fall nach Entwarnung

Nur einen Tag nach der offiziellen Bekanntgabe des Endes der Ebola-Epidemie in Westafrika ist in Sierra Leone erneut ein Mensch dem Virus zum Opfer gefallen. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) bestätigte den Todesfall.

Viruserkrankung 15.01.2016

Sierra Leone war von der WHO bereits im November für Ebola-frei erklärt worden. Seitdem hatte es keine gemeldete Erkrankung mehr gegeben. Wie sich der nun verstorbene Junge angesteckt hatte, blieb daher zunächst unklar.

Weitere Fälle möglich

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Darüber berichtet auch das Morgenjournal am 15.1. um 8:00.

Am Donnerstag hatte die WHO Liberia für Ebola-frei erklärt. Damit waren erstmals seit Ausbruch der Seuche vor gut zwei Jahren alle drei betroffenen westafrikanischen Länder offiziell Ebola-frei. Das bedeutete das Ende der Epidemie in Guinea, Liberia und Sierra Leone. Die WHO und andere Experten hatten allerdings gewarnt, dass es im Laufe des Jahres noch einzelne Krankheitsfälle geben könnte.

Ebola-Experte Luis Encinas der Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen bestätigte den neuen Todesfall in Sierra Leone ebenfalls. Die genauen Umstände seien noch unklar. Örtlichen Medienberichten zufolge fielen zwei Ebola-Tests bei dem verstorbenen Jungen aus dem Norden Sierra Leones positiv aus. Der genaue Todeszeitpunkt war zunächst unklar.

Der bisher verheerendsten Ebola-Epidemie fielen mehr als 11.300 Menschen zum Opfer. Ein Land wird für ebolafrei erklärt, wenn es 42 Tage - die doppelte Zeitspanne des maximalen Inkubationszeitraums - keine neuen Fälle gegeben hat. Die betroffenen Länder haben inzwischen adäquate Behandlungskapazitäten und Vorsichtsmaßnahmen, so dass einzelne Fälle zu keiner neuen Epidemie führen sollten.

Das tödliche Ebola-Virus stellt Forscher weiterhin vor Rätsel. Experten gehen davon aus, dass sich das Virus zum Beispiel beim Verzehr von infizierten Wildtieren auf Menschen überträgt. Hoffnungen richten sich auf die Entwicklung von Impfstoffen, bei der in letzter Zeit Fortschritte erreicht wurden.

science.ORF.at/dpa

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