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Gestielte Seelilie, Koralle

Korallen: Vielfalt bis in die Tiefe

Mit einem Tauchroboter hat ein deutsch-australisches Forscherteam vor der Nordostküste Australiens unterschiedlichste Arten von Korallen entdeckt. Darunter waren etwa die Schwarze Koralle in bis zu 450 Metern Tiefe und noch weiter unten goldglänzende Chrysogorgia- und Rote Edelkorallen.

Tiefsee 20.01.2016

Das Team um Gert Wörheide von der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU) erforschte 2009 Vorriffbereiche am Osprey Reef östlich des Great Barrier Reef vor Queensland in Wassertiefen von 92 bis fast 800 Metern. Dabei kam auch ein mit mehreren Kameras und einem Greifarm ausgestatteter, ferngesteuerter Tauchroboter zum Einsatz. Die Wissenschaftler berichteten von einer immensen Vielfalt in den Tiefen des Korallenmeeres und mehreren neu entdeckten Arten.

Die Studie

"Spatial patterns in the distribution of benthic assemblages across a large depth gradient in the Coral Sea, Australia" von Robin J. Beaman et al. ist am 6. Jänner im "Marine Biodiversity" erschienen.

Stabiles Ökosystem

Seit etwa 40 Millionen Jahren sei das Plateau, dessen Boden heute in etwa 1.000 Metern Tiefe liegt, permanent von Meer bedeckt, hieß es in einer LMU-Mitteilung zur Studie. "Das macht das Gebiet so interessant", so Wörheide, "das Ökosystem hat sich hier seit vielen Millionen Jahren kaum verändert, deshalb konnten Reliktfaunen und 'lebende Fossilien' überdauern, die anderswo schon lange verschwunden sind." Dazu zählten gestielte Seelilien und Glasschwämme, aber auch Armfüßer und der Nautilus, ein urzeitlicher Kopffüßer.

Das Osprey Reef erhebt sich im Korallenmeer vom Meeresboden rund 1.500 Meter steil in die Höhe, bis es die Wasseroberfläche erreicht. Das Riff ist reich an Fischen und farbenprächtigen Korallengärten.

science.ORF.at/APA/dpa

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