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Marvin Minsky

Computerpionier Marvin Minsky ist tot

Er war einer der Pioniere der Forschung zu Künstlicher Intelligenz: Marvin Minsky. Sonntagnacht verstarb der nicht unumstrittene Mathematiker und Informatiker an den Folgen einer Gehirnblutung. Er wurde 88 Jahre alt.

Personalia 26.01.2016

1956 war Marvin Minsky Teil eines Forschungsprojekts, der Dartmouth Conference, die als Geburtsstunde der Künstlichen Intelligenz gilt. Seit 1958 bis zuletzt forschte und lehrte er am Massachusetts Institute of Technology, wo er 1959 auch das Artificial Intelligence Lab mitbegründete.

Für Minsky war das menschliche Gehirn eine Maschine, dessen Funktionen in einem Computer nachgebildet werden können. Es werde sogar möglich sein, Emotionen in eine Maschine hinein zu programmieren - so eine seiner nicht unumstrittenen Visionen.

Gegen Konzerne

Mit den jüngeren Entwicklungen in der Forschung zur Künstlichen Intelligenz war Minsky nicht glücklich, Forscher arbeiten ihm zufolge zu viel an statistischen Verfahren und vernachlässigen dabei modellbasierte Ansätze. Auch dass die Technologieriesen Google und Facebook sich zunehmend für Künstlichen Intelligenz interessieren, war ihm ein Dorn im Auge. Man solle besser auf Individuen und ihre neuen Ideen setzen.

Nebenbei hat er zu einigen anderen technischen Erfindungen beigetragen, z.B. zu einem speziellen Lichtmikroskop. Für seine Arbeit erhielt er zahlreiche Preise, unter anderem 1969 den Turing Award, den wichtigsten Preis in der Computerwissenschaft.

science.ORF.at

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