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Mutter stillt ihr Kind im Bett

Stillen: Gut für Baby, Mutter und Wirtschaft

Stillen ist nicht nur gut für das Baby, sondern auch für die Gesundheit der Mutter und für die Wirtschaft. Laut einer Metastudie könnte eine längere Stillzeit nicht nur den Tod von jährlich mehr als 800.000 Babys weltweit, sondern auch rund 20.000 Todesfälle von Brustkrebs verhindern.

Gesundheit 29.01.2016

Die Gesamtuntersuchung stützt sich auf Daten dutzender Studien und Analysen zu gesundheitlichen und wirtschaftlichen Folgen des Stillens. Demnach wird in Industrieländern nur eines von fünf Kindern volle zwölf Monate lang gestillt, in ärmeren Ländern ist es eines von drei Kindern, das die ersten sechs Monate komplett gestillt wird. Damit entgingen mehreren Millionen Babys die Vorteile der Muttermilch, erklärten die Autoren.

Studien:

Nahrhaft und immunisierend

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt eine ausschließliche Ernährung durch Muttermilch während der ersten sechs Lebensmonate und ein teilweises Stillen bis zum Alter von bis zu zwei Jahren. Muttermilch enthält nicht nur alle nötigen Nährstoffe, sondern schützt das Baby auch vor Kinderkrankheiten.

In reichen Ländern verringert Stillen das Risiko eines plötzlichen Kindstods um mehr als ein Drittel, schreiben die Autoren. In ärmeren Ländern könnten durch längeres Stillen etwa die Hälfte der Durchfallepidemien und ein Drittel der Atemwegserkrankungen verhindert werden. Außerdem verringere die Muttermilch später das Risiko von Diabetes und Übergewicht beim Kind sowie von Brust- und Eierstockkrebs bei der Mutter. Somit werde das Gesundheitssystem entlastet.

Nicht zuletzt erhöhe das Stillen die Intelligenz, hieß es in der Studie. Das diene letztlich auch dem globalen Wirtschaftswachstum. In den reichen Ländern gehören Großbritannien, Irland und Dänemark zu den Ländern mit den niedrigsten Stillraten während der ersten zwölf Monate. In einigen Gesellschaften gilt Stillen in der Öffentlichkeit als verpönt.

science.ORF.at/APA/AFP

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