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Vier Zellen im Teilungsstadium

Genmanipulation an Embryos erlaubt

Großbritannien hat erstmals die Genmanipulation an Embryos zu Forschungszwecken erlaubt. Dabei geht es um die Frage nach der Ursache für bestimmte Fehlgeburten. Die Zulassung betrifft eine Methode, die es erlaubt, Gene in der DNA zu bestimmen und gezielt auszuschalten.

Grossbritannien 01.02.2016

Der entsprechende Antrag der Biologin Kathy Niakan vom Francis Crick Institute auf eine Ausweitung der bisherigen Forschungszulassung sei genehmigt worden, teilte die zuständige Behörde HFEA am Montag mit.

Neue Methode mit großem Potenzial

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Dem Thema widmet sich auch ein Beitrag in Wissen aktuell am 1. Februar um 13.55 Uhr.

Niakan und ihr Team wenden die Crispr/Cas9-Methode an, eine Art Gen-Schere: Mit ihrer Hilfe kann man Gene ausschalten, defekte durch korrekte DNA-Teile ersetzen und neue Gensequenzen einfügen. Forscher erhoffen sich dadurch Fortschritte bei der Bekämpfung von Erbkrankheiten wie Muskeldystrophie. Kritiker warnen vor "Designer-Babys", deren Eigenschaften in Zukunft individuell bestimmt werden könnten.

Die Entscheidung der britischen Behörde dürfte die ethische Debatte über Genmanipulationen am Menschen weiter anheizen. Ein erster Versuch, die Methode an menschlichen Embryos anzuwenden, wurde Anfang 2015 schon einmal in China unternommen. Dabei war eine Reihe von Problemen aufgetreten.

Die entsprechenden Experimente in Großbritannien sollen in den nächsten Monaten beginnen. Laut HFEA wird sich Niakan mit der Frage beschäftigen, wie sich menschliche Embryos erfolgreich entwickeln. Mit Hilfe der Gen-Schere will sie die erste Woche des Wachstums von Embryos untersuchen. Die Embryos sollen von Paaren gespendet werden, die nach künstlicher Befruchtung nicht alle befruchteten Eizellen benötigen.

Die Forschung werde das Verständnis künstlicher Befruchtung verbessern, sagte Paul Nurse, der Direktor des Francis Crick Institute.

science.ORF.at/AFP/AP

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