Standort: science.ORF.at / Meldung: "Spider in Black"

Porträtfoto von Johnny Cash aus dem Jahr 1975

Spider in Black

Johnny Cash galt als der "Man in Black": Ähnlich schwarz gewandet wie der Sänger ist auch eine neue Art Vogelspinne, die US-Forscher nun nach ihm benannt haben. Historische Pointe: Aphonopelma johnnycashi wurde in der Nähe des Gefängnisses von Folsom in Kalifornien gefunden, das durch Cashs "Folsom Prison Blues" berühmt wurde.

Zoologie 04.02.2016

14 neu entdeckte Arten

Ein Team um den Biologen Chris Hamilton von der Auburn University durchkämmte über ein Jahrzehnt lang das Gebiet von zwölf US-Bundesstaaten westlich des Mississippi bis hinüber nach Kalifornien.

Dabei nahmen die Forscher fast 3.000 Vogelspinnen-Exemplare unter die Lupe, taxierten Körperbau, Verhalten, Vorkommen sowie genetische Daten der Tiere. Ergebnis: Während man zuvor glaubte, dass es mehr als 50 Vogelspinnenarten in den USA gibt, sind es tatsächlich nur 29. 14 davon sind allerdings echte Neuentdeckungen.

"Wir hören oft davon, dass neue Arten in den entferntesten Ecken der Welt entdeckt werden, aber was bemerkenswert ist: Diese Spinnen leben in unserem Hinterhof", sagt Hamilton. Die diversen Vogelspinnen der Gattung Aphonopelma gehören zu den besonderen Spinnenarten in den USA. Während manche so klein sind, dass sie auf einer Zwei-Euro-Münze Platz finden, haben andere eine Beinspannweite von 15 Zentimetern.

Die Studie

"Taxonomic revision of the tarantula genus Aphonopelma Pocock within the United States" von Chris Hamilton und Kollegen ist am 4. Februar 2016 im Fachjournal "ZooKeys" erschienen.

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Aphonopelma johnnycashi in Großaufnahme

Dr. Chris A. Hamilton

Aphonopelma johnnycashi in Großaufnahme

"Teddybären mit acht Beinen"

Eine der Arten entdeckten die Forscher unweit des Gefängnisses von Folsom, in dem Johnny Cash 1969 ein Live-Album aufgenommen hatte. Zusammen mit ihrem tiefschwarzen Äußeren veranlasste dies die Forscher, die Spinne nach dem Sänger zu benennen.

"Zwei weitere der neuen Arten sind beschränkt auf einzelne Bergzüge im Südosten von Arizona, einem Hotspot in Sachen Biodiversität in den USA", betont Co-Autor Brent Hendrixson vom Millsaps College. "Diese empfindlichen Lebensräume sind durch wachsende Verstädterung, Freizeitverhalten und Klimawandel bedroht." Auch bestehe die Gefahr, dass der Bestand der seltenen Tiere durch Tierhändler leiden könnte.

Die Faszination der imposanten Krabbeltiere auf Menschen ist groß - in der typischen, auch in zahlreichen Filmen aufgegriffenen Mischung aus Begeisterung und Angst. Die in den USA lebenden Vogelspinnenarten stellten für Menschen jedoch keine Gefahr dar, sagt Hamilton. Sie würden nicht schnell beißen und glichen eher "Teddybären mit acht Beinen".

Erst vor Kurzem hatten Forscher festgestellt, dass die strahlend blaue Farbe mancher Vogelspinnenarten anders als gedacht keine Rolle bei der Brautwerbung der Achtbeiner spielt - die Tiere können blaue Wellenlängen kaum erkennen.

science.ORF.at/dpa

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