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Eine Frau hält sich den Kopf vor lauter Kopfschmerzen

Bei Migräne: Licht nicht vermeiden

Eine häufige Begleiterscheinung von Migräne ist eine Überempfindlichkeit gegenüber Gerüchen, Lärm oder Licht. Die Betroffenen versuchen deshalb oft, die Reize zu meiden. Doch laut Wiener Experten könnte die Vermeidung von Lichtreizen sogar schädlich sein.

Kopfschmerzen 08.02.2016

Migränepatienten empfinden oft schon normales Tageslicht als unerträglich, mit dem Ergebnis, dass sich Erkrankte während einer Attacke in dunkle Räume zurückziehen, Licht aber oft auch zwischen den Attacken meiden. Eine solche Vermeidungsstrategie zählt bis dato auch zu den ärztlichen Empfehlungen für den Umgang mit Migräne.

"Inzwischen wird jedoch vermutet, dass die Vermeidung von Licht nachteilig ist, weil sie die Empfindlichkeit gegenüber Licht, die sogenannte Photophobie, weiter erhöhen könnte", erklärt Kopfschmerzexperte Christian Wöber von der Universitätsklinik für Neurologie in Wien.

Gewöhnung durch Lichttraining

Vergleichbar sei dies mit Menschen, die unter Höhen- oder Platzangst leiden und angstauslösende Situationen vermeiden - damit aber das Problem nicht lösen. Ein Forscherteam der Medizinischen Universität Wien geht daher in einer soeben anlaufenden Studie des Wissenschaftsfonds FWF der Frage nach, ob es auch andere und vor allem nachhaltige Wege im Umgang mit der Lichtempfindlichkeit bei Migräne gibt.

Erste Untersuchungen zeigen demnach, dass nicht das Vermeiden von Licht, sondern umgekehrt, die Desensibilisierung des Gehirns gegenüber Lichtreizen eventuell die bessere Strategie sein könnte. Dabei durchlaufen die Betroffenen einwöchige Trainings, in denen sich das Gehirn durch "Flackerlicht" an helles oder normales Licht gewöhnen soll.

In einer anlaufenden Studie soll mithilfe der funktionellen Magnetresonanztomografie (fMRT), mit welcher die Aktivität von Hirnarealen dargestellt werden kann, die optimale Gegenstrategie identifiziert werden. Dabei werden beide Herangehensweisen - Lichtexposition und Lichtentzug - an Migränepatientinnen und -patienten und an Personen ohne Migräne untersucht.

science.ORF.at/APA

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