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Künstlerische Darstellung Gravitationswelle

Gravitationswellen: Einsteins später Triumph

Die Sensation hat sich bereits gerüchtweise angekündigt, nun ist es offiziell: Forschern ist der erste direkte Nachweis von Gravitationswellen gelungen - exakt 100 Jahre, nachdem Albert Einstein deren Existenz vorausgesagt hatte.

Entdeckung 12.02.2016

Es ist schon eine eigenartige Vorstellung, dass Raum und Zeit keine getrennten Kategorien sind, sondern zu einer vierdimensionalen Einheit verschmelzen. Und noch eigenartiger erscheint, dass durch dieses Gefüge kleine Störungen rasen, kurzfristige Deformationen des Raumes.

Ö1-Sendungshinweise

Über den ersten direkten Nachweis von Gravitationswellen berichtete Ö1 im Abendjournal (11.2.), Morgenjournal (12.2.) sowie in den Dimensionen (12.2.).

Laut der allgemeinen Relativitätstheorie (ART) verhält es sich genau so, auch wenn der Mensch mit seinen begrenzten Sinnen von all dem nichts mitbekommt. Seit Donnerstag ist das nicht nur anerkannte Theorie, sondern auch experimentell bestätigt. Wissenschaftlern der LIGO-Kollaboration ist soeben der erste direkte Nachweis solcher Gravitationswellen gelungen. Jahrzehntelang schon hatten Forscher versucht, dieser winzigen Störungen habhaft zu werden - bisher vergebens, der Effekt war für die Detektoren zu winzig.

Winziger Effekt

Der nun geführte Nachweis bewegt sich auch hart an der Grenze des physikalisch Machbaren: Der LIGO-Detektor in den USA besteht aus zwei Spiegeln, vier Kilometer voneinander entfernt, zwischen denen ein Laserstrahl hin- und hergeschickt wird. Läuft eine Gravitationswelle durch die Apparatur, verändert sich die Distanz zwischen den beiden Spiegeln - die Änderung ist nicht größer als "ein Tausendstel oder Zehntausendstel eines Protons", sagt LIGO-Forscher Andrew Lundgren vom Albert-Einstein-Institut in Hannover. Ein Proton ist ca. anderthalb Femtometer groß bzw. klein, also ein Millionstel Milliardstel Meter.

"Wir haben Gravitationswellen gefunden", verkündete der Chef des LIGO-Teams, David Reitze, unter tosendem Applaus bei einer Pressekonferenz in Washington D. C. Die Detektoren hatten letzten September ein Signal von zwei verschmelzenden Schwarzen Löchern mit ungefähr 30 Sonnenmassen aufgefangen. Dieser gewaltsame Vorgang fand vor 1,3 Milliarden Jahren statt - zu dieser Zeit entstanden auf der Erde gerade die ersten Vielzeller.

Gutes Timing

Historisch betrachtet ist der Nachweis ein später, aber präzise gesetzter Triumph für die ART und ihren Schöpfer Albert Einstein. Dass es Gravitationswellen gibt bzw. geben sollte, erkannte Einstein nämlich vor genau 100 Jahren, kurz nachdem er seine Theorie erstmals der Weltöffentlichkeit präsentiert hatte.

LIGO Interferometer in Hanford, der abgebildete Arm reicht vier Kilometer in die Wüste

Caltech/MIT/LIGO Lab

LIGO Interferometer in Hanford, der abgebildete Arm reicht vier Kilometer in die Wüste

Die entsprechende Formel - in Fachkreisen Quadrupol-Formel genannt - leitete er dann 1918 ab. Sie erwies sich schon einmal als entscheidender Prüfstein: In den 70er Jahren entdeckten die beiden Astronomen Russell Hulse und Joseph Taylor zwei einander umkreisende Neutronensterne - und erkannten, dass man auf diese Weise die Vorhersagen Einstein testen könnte. Solche Doppelsternsysteme strahlen bei ihrem kosmischen Tanz Gravitationswellen ab und verlieren ein klein wenig Energie - laut den Messungen von Hulse und Taylor entsprach der Energieverlust genau dem von der Quadrupol-Formel vorhergesagten Betrag.

Sehr nobelpreisverdächtig

Die beiden waren für ihre Arbeiten 1993 mit dem Nobelpreis ausgezeichnet worden. Die Pioniertat hatte nur einen Schönheitsfehler: Der Nachweis der Gravitationswellen war "nur" ein indirekter. Man muss kein Prophet sein, um hier wieder eine Auszeichnung durch das Nobelkomitee vorherzusehen. In Fachkreisen werden vor allem drei Namen genannt: die beiden Amerikaner Kip Thorne und Rainer Weiss sowie der Schotte Ronald Drever. Sie sind die maßgeblichen Begründer des LIGO-Projekts - ohne ihre Vorarbeiten wäre das experimentelle Glanzstück der Kollaboration nicht möglich gewesen.

Für den Wiener Gravitationsphysiker Peter Christian Aichelburg könnte die Entdeckung zu einer "Revolution der Astronomie" führen. "Fast alle Information, die wir aus dem Universum bekommen, ist elektromagnetische Strahlung. Licht, Radiowellen und Röntgenstrahlung geben uns Kunde darüber, was im Weltall passiert. Die Gravitationswellen sind etwas ganz anderes. Mit ihrer Hilfe könnte man in Regionen blicken, die der elektromagnetischen Strahlung nicht zugänglich sind."

Revolution der Astronomie?

Mit "unzugänglichen Regionen" meint hier Aichelburg nicht nur den Raum, sondern auch die Zeit. Mit Hilfe von Teleskopen ist es möglich Licht zu empfangen, das Milliarden Jahre im Weltraum unterwegs war. So gesehen ist der Blick in die Ferne auch ein Blick in die Vergangenheit. Beim Licht gibt es hier allerdings eine natürliche Grenze, denn das Universum war Hunderttausende Jahre nach dem Urknall für elektromagnetische Strahlung undurchlässig.

Gravitationswellen indes kennen eine solche Begrenzung nicht. Sollte es gelingen, Gravitationswellenteleskope zu bauen, könnten sich die Astronomen im Prinzip bis zum Urknall vorarbeiten. Das mag nach ferner Zukunftsmusik klingen, so Aichelburg: "Aber ich gebe zu bedenken: Einstein wollte seine Theorie durch die Lichtablenkung großer Massen testen. Das gelang erstmals 1919 bei einer Sonnenfinsternisexpedition. Heute verwendet man diese Methode, um festzustellen, wie viel Materie in Galaxien vorhanden ist. Ich hoffe, dass es bei den Gravitationswellen ähnlich sein wird. "

Aichelburg ist nicht der Einzige, der den kleinen Wellen eine große Zukunft voraussagt. Forscher der europäischen Weltraumagentur arbeiten bereits an der Entwicklung eines Satelliten mit entsprechenden Detektoren. "eLisa/NGO" soll, sofern alles gut geht, im Jahr 2034 abheben.

Robert Czepel, science.ORF.at

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Forum

 
  • Messfehler?

    oppe, vor 162 Tagen, 6 Stunden, 50 Minuten

    Erinnert mich an die Pressekonferenz der NASA vor ein paar Monaten: auf dem Mars wurden "möglicherweise""Hinweise" auf flüssiges Wasser in Form von "feuchtem Boden" entdeckt".
    Aus einer Mücke einen Elefanten machen...

    • pallas, vor 162 Tagen, 6 Stunden, 33 Minuten

      Naja, auch eine Muecke ist ein Lebewesen. Findet man eine Muecke, hat man Leben gefunden. Man braucht keinen Elefanten fuer diese Schlussfolgerung.
      Wenn es also eine feuchte Stelle gibt, dann gibt es eben Wasser am Mars. Niemand hat einen Ozean gesucht (Dein Elefant), weil das wusste man doch schon, dass es das nicht gibt (auch wenn einige noch an einen unterirdischen Ozean am Mars glauben).

    • Irrglaube

      oppe, vor 162 Tagen, 2 Stunden, 58 Minuten

      Das Vorhandensein von Wasser hat doch nicht zwangsläufig mit dem Vorhandensein von Leben zu tun. Wasser ist 1 (!!!) von vielen Voraussetzungen, dass es Leben geben könnte! Selbst ein Ozean aus H2O bedeutet doch bitteschön noch gar nichts!!!

  • seepferdchen, vor 162 Tagen, 7 Stunden, 27 Minuten

    Physikalisch betrachtet nicht unbedingt eine Hammermeldung (war ja theoretisch schon lange bekannt), aber messtechnisch sicher eine großartige Leistung.

    Und für all die Zweifler: macht euch zu den Themen Laserinterferometrie und Koinzidenzmessungen einmal schlau, bevor ihr unqualifizierte Aussagen tätigt.

    • pallas, vor 162 Tagen, 6 Stunden, 39 Minuten

      Dass man diese winzigen Schwingungen messen kann, ist (zumindest von meiner Seite) unbestritten. Aber dass man sie einer bestimmten Ursache zuordnen kann, da fangen meine Zweifel an.
      Denn es gibt unzaehlige Moeglichkeiten fuer solch winzige Schwingungen. Nicht zuletzt die atomaren Bewegungen der Materie in den Messeinrichtungen selbst.
      Wir haben naemlich keine anderen Einrichtungen, die solch winzige Schwingungen messen/registrieren koennten, die man dann aus den beobachteten Messergebnissen wieder herausrechnen koennte.

      Die grosse Unbekannte ist daher - wir haben die Schwingung von welcher Ursache gemessen ? Ja, es gab eine Schwingung. Diese muesste eine unverwechselbare "Signatur" haben, damit man sicher sein kann, dass es die gleiche Welle mit der gleichen Ursache bei beiden Messpunkten war. Was aber bei den Winzigkeiten (auch beeinflusst wiederum durch atomare und sub-atomare Bewegungen, die laufend stattfinden) ebenfalls etwas zweifelhaft ist.
      Ich habe eben die Daten selbst noch nicht gesehen, aber ich muss sagen, etwas Skepsis ist da durchaus angebracht.
      Es ist aehnlich schwer zu beweisen, wie etwa, ob die Verschraenkung der Information von Elementarteilchen mit Lichtgeschwindigkeit oder gar schneller (etwa "sofort") funktioniert. Da alle unsere Messsysteme selbst nur mit Informationen arbeiten, die mit Lichtgeschwindigkeit uebertragen werden (plus Bearbeitungsverzoegerung im Messsystem selbst), ist...

    • pallas, vor 162 Tagen, 6 Stunden, 37 Minuten

      ..., ist eine solche Messung und zweifelsfreier Beweis praktisch nicht moeglich.
      Und ebenso ist die zweifelsfreie Zuordnung von Schwingungen, die sich in der selben Groessenordnung wie eben subatomare Partikelbewegungen befinden, sehr schwer, wenn nicht gar unmoeglich.

    • seepferdchen, vor 162 Tagen, 4 Stunden, 35 Minuten

      "Denn es gibt unzaehlige Moeglichkeiten fuer solch winzige Schwingungen. Nicht zuletzt die atomaren Bewegungen der Materie in den Messeinrichtungen selbst."

      " Diese muesste eine unverwechselbare "Signatur" haben, damit man sicher sein kann, dass es die gleiche Welle mit der gleichen Ursache bei beiden Messpunkten war. Was aber bei den Winzigkeiten (auch beeinflusst wiederum durch atomare und sub-atomare Bewegungen, die laufend stattfinden) ebenfalls etwas zweifelhaft ist."

      Leider falsch: atomare Wärmebewegung ist statistischer Natur, daher mittelt sich das im Interferometer heraus. Aus dem selben Grund kann zB. eine Sondenspitze in einem Rastertunnelmikroskop atomar, ja sogar subatomar genau positioniert werden.

      Vielleicht wäre es wirklich besser, du informierst dich über die Physik hinter dem LIGO-Experiment.

      Und eins noch: Dass man kritisch sein sollte, ist selbstverständlich, aber bitte nicht auf Schulniveau; die Leute bei diesem Experiment sind sicher keine Wappler, die so triviale Dinge nicht berücksichtigt hätten.

    • Signatur

      karl273, vor 161 Tagen, 10 Stunden, 57 Minuten

      .
      Die Signatur ist ein gleichzeitiger Anstieg von Amplitude und Frequenz, ein "Chirp".

      Bild:

      http://www.scilogs.de/promotion-mit-interferenzen/wp-content/blogs.dir/153/files/Bildschirmfoto-2016-02-11-um-19.22.17.png

      -----

    • Chirp

      karl273, vor 161 Tagen, 10 Stunden, 42 Minuten

      .
      Wenn man den Chirp auf die Luft überträgt, und ihn kräftig verstärkt:

      https://www.youtube.com/watch?v=TWqhUANNFXw

      Das hier ist es nicht:

      https://www.youtube.com/watch?v=HSNSTerj2Kc

      -----

  • Gravitationswellen

    karl273, vor 162 Tagen, 11 Stunden, 13 Minuten

    .
    Bild:

    http://www.scilogs.de/promotion-mit-interferenzen/wp-content/blogs.dir/153/files/Bildschirmfoto-2016-02-11-um-19.22.17.png

    Text:

    http://www.scilogs.de/promotion-mit-interferenzen/willkommen-im-zeitalter-der-gravitationswellen-astronomie/

    -----

    • Transitionstriebwerk

      karl273, vor 162 Tagen, 10 Stunden, 53 Minuten

      Da hat wieder jemand ein Transitionstriebwerk ohne Strukturkompensator verwendet.
      (Perrypedia)

    • Transitionstriebwerk

      bephep, vor 161 Tagen, 23 Stunden, 24 Minuten

      Ja, höchstwahrscheinlich im Wega-System...

    • Hallo bephep,

      karl273, vor 161 Tagen, 11 Stunden, 5 Minuten

      ich gratuliere, Du hast den Perry-Test bestanden.

    • Hinweis für Laien:

      karl273, vor 161 Tagen, 10 Stunden, 35 Minuten

      .
      http://www.perrypedia.proc.org/wiki/Raumschlacht_im_Wega-Sektor

      -----

    • Transitionstriebwerk

      bephep, vor 161 Tagen, 4 Stunden, 59 Minuten

      Fragt sich jetzt nur, wer hinfliegt und nach dem Rechten sieht...
      Aber nachdem die Russen ja die alten Apollo-Landeplätze besuchen wollen, wird's eher ein Iwan Iwanowitsch denn ein Perry sein...

  • sehr Vage....

    mamsi, vor 162 Tagen, 12 Stunden, 13 Minuten

    betrachtet man das Umfeld, sowie die Begleitumstände, so erscheint es doch seltsam, in einer solchen Größenordnung den Verursacher so "eindeutig" festzustellen. Klingt vielmehr nach einer Theorie, die gefällt, wo man die passenden Fakten einfach dazu sucht, und jene, die unpassend sind unter den Teppich kehrt. Es scheint die Messmethode vielmehr völlig ungeeignet zu sein für etwas, das in eine hohen Anzahl/Masse auftreten muss.

  • Auch wenn die Herangehensweise eine falsche ist:

    thomast, vor 162 Tagen, 15 Stunden, 9 Minuten

    Es gibt zwei Observatorien, die fast 3.000 Kilometer voneinander entfernt sind. Wenn in beiden zeitgleich etwas beobachtet wird, kann man schon mal eine ganze Reihe von Messfehlern ausschließen.

  • Ist fast so etwas wie Kaffeesudlesen.

    wernerj, vor 162 Tagen, 19 Stunden, 17 Minuten

    Nach langjähriger Suche wurde nun mitten im extremen Rauschen ein passendes koinzidentes Muster bei den beiden US Anlagen von LIGO entdeckt, das sich als Gravitationswelle interpretieren lässt.

    • alfredsinnegger, vor 162 Tagen, 18 Stunden, 34 Minuten

      Bei den heutigen Möglichkeiten
      in die Vergangenheit zu blicken,
      sind 1,3 Milliarden Jahre
      nicht so viel.
      Deshalb auch eine,
      im Vergleich zu den Dimensionen
      von 10 hoch plus und 10 hoch minus,
      vergleichsweise mickrig kleine Anlage.
      Bei 13 Milliarden Jahre
      in die Vergangenheit blicken,
      wird ein für Messgeräte messbar machen,
      dieser Informationen aus der Vergangenheit,
      schon schwieriger.
      Wegen Aichelburgs
      „im Prinzip bis zum Urknall vorarbeiten“

    • alfredsinnegger, vor 162 Tagen, 18 Stunden, 29 Minuten

      Bei einem inflationären Universum,
      ist bei
      Lichtgeschwindigkeits-Gravitations-Symbiose
      aus Zeiten vor der kosmischen Inflation
      so keine Gravitationswelle messbar.

    • Ja, bei der Groessenordnung ist es immer eine Frage

      pallas, vor 162 Tagen, 18 Stunden, 26 Minuten

      Denn wie koennen wir ausschliessen (bei Bewegungen kleiner als ein Proton ...), dass es nicht Bewegungen des Untergrunds waren, die andere Ursachen als Gravitationswellen hatten ? Auch die Spiegel selbst, das Material, aus dem sie bestehen - alles bewegt sich pausenlos in winzigsten Einheiten alleine schon durch die atomaren Bewegungen in Materie selbst. Um diese zu stoppen muesste man sie zum absoluten Nullpunkt frieren. Was wiederum per Definition dazu fuehren wuerde, dass sich die Materie voellig aufloest (ohne Bewegung keine Existenz - das Herunterfrieren auf den absoluten Nullpunkt heisst das komplette Absaugen aller Energie; keine Energie, keine Materie -> nichts ...).
      Also wie man solche Winzigkeiten messen und aeusseren Ursachen konkret zuordnen kann, ist wirklich zumindest fragwuerdig.

  • das kann man messen?????

    bartolini, vor 162 Tagen, 20 Stunden, 14 Minuten

    proton
    1 mrdstel m = 10 hoch - 9
    1 millionstel m = 10 hoch - 6
    und dann nocheinmal 10 hoch -4

    ist insgesamt 10 hoch -19 m

    das soll man messen können?
    0,1 trillionstel m.

    da legst dich nieder :-).

    werden wohl andere kapazunder das ganze überprüfen und verifizieren.

    • gandalf, vor 162 Tagen, 19 Stunden, 30 Minuten

      Mit Sicherheit wird die "Konkurrenz", also die Forscherkollegen aus der EU (Deutschland in diesem Falle) ganz genau schauen was die Kollegen aus den USA da gemessen haben.
      Die suchen sicher sehr genau nach Messfehlern.

    • Da gibts noch ganz andere 'Kleinigkeiten'

      butterfliagn, vor 162 Tagen, 19 Stunden, 21 Minuten

      (..) .... Da die etablierten physikalischen Theorien wie Quantenfeldtheorie und allgemeine Relativitätstheorie die Existenz von Raum, Zeit und Materie voraussetzen, lässt sich der eigentliche Urknall mit ihnen nicht beschreiben. Sie sind auch nicht auf Vorgänge anwendbar, die in kleineren Zeiten als die Planckzeit (ca. 10−43 Sekunden) ablaufen...(..)

    • und zufällig

      bartolini, vor 162 Tagen, 18 Stunden, 44 Minuten

      sind auch noch 2 schwarze löcher im universum gerade zu der zeit verschmolzen, als man die messapparatur fertig hatte :-).

    • In aller Fairness - dieses Verschmelzen ist nicht eine Sache...

      pallas, vor 162 Tagen, 18 Stunden, 21 Minuten

      ...von Minuten oder Tagen

      Es passierte schon vor 1,3 Milliarden Jahren, und daurt (dauerte) sicher hunderte wenn nicht tausende von Jahren. Wahrscheinlich sogar noch laenger, denn diese dann verschmolzene "Kugel" wird dann noch bis praktisch in alle Ewigkeit mit ziemlicher Wucht "nachschwingen". Was auch Gravitationswellen erzeugen muesste.

    • alfredsinnegger, vor 162 Tagen, 17 Stunden, 20 Minuten

      Wenn elektromagnetische Wellen
      nicht entkommen können,
      dann können nach der Verschmelzung,
      so wie vor der Verschmelzung bei beiden,
      mit Ausnahme während der Verschmelzung,
      nach gängiger Lehre,
      auch keine Gravitationswellen mehr entkommen.
      https://de.wikipedia.org/wiki/Schwarzes_Loch

    • pallas, vor 162 Tagen, 6 Stunden, 56 Minuten

      Was redest Du da ? Es ist mittlerweile ja wohl bekannt, dass sehr wohl Dinge einem Schwarzen Loch wieder entkommen koennen. Da gab es gerade in letzter Zeit einige gut Artikel dazu. Nicht zu vergessen - Schwarze Loecher "verdampfen" auch im Laufe der Zeit. Zugegbenermassen in einer sehr, sehr langen Zeit, aber trotzdem.
      Aber diese Gravitationswellen sind nochmals etwas ganz anderes. Die entkommen nicht dem Schwarzen Loch, die werden durch das Schwarze Loch erzeugt - und zwar rund um sich herum, und nicht aus sich heraus. Die entstehen bei "Bewegungen", speziell auch bei Schwingungen eines massiven Koerpers (auch eines weniger massiven Koerpers, aber da haben wir schon gar keine Chance diese auch nur irgendwie zu messen).
      Deswegen entstehen ja schon bei der Originalverschmelzung diese Wellen. Genaugenommen sind beide schon vor jeder echten Beruehrung nur noch ein Koerper, der halt Bewegung im Raum/Zeitgefuege erzeugt. Und das geht weiter, wenn sie sich an sich ganz gegenseitig verschlungen haben. Das schwabbelt (wie auch bei Galaxien-Zusammenstoessen) noch lange hin und her. Und erzeugt dabei maechtig Wellen.

  • warum ändert sich der Maßstab nicht mit?

    mohol, vor 162 Tagen, 20 Stunden, 31 Minuten

    Wir messen relativ, weil wir kein absolutes Bezugssystem haben, dass sich auf irgendetwas außerhalb unserer Welt bezieht.
    ein Meter ist ein definierter Abstand in unserem Universum.
    Zeichnet man auf ein eindimensionales Gummiband eine Messtrecke und dehnt das Gummiband, dehnt sich dies definierte Maß in gleicher Weise mit.
    Bewohner des Gummibandes würden von der Dehnung nichts mitbekommen, da deren Maß "realtiv" in deren System immer gleich mitgedehnt würde. Eine Änderung wäre für Gummibandbewohner nicht erkennbar.
    Eine Änderung erkennt man erst, wenn man sich auf Punkte außerhalb des eindimensionalen Bandes bezieht.

    Sollte das bei Gravitationswellen nicht genauso sein?
    Der Abstand (Länge der Messstrecke) sowie unsere Maßstäbe werden doch in gleicher Weise gedehnt oder gestaucht.
    Auf welchen externen Punkt außerhalb unseres Inertialsystems beziehen sich die Physiker die solche Messungen durchführen?

    • akustisches Michelson-Morley

      wernerj, vor 162 Tagen, 19 Stunden,

      Es werden zwar zwei Strecken im rechten Winkel zueinander verglichen, aber der Einwand hat trotzdem seine Berechtigung. Es gibt immer wieder Meldungen, dass ein sorgfältig durchgeführtes (Vermeidung von Luftwirbel etc.) Michelson-Morley-Experiment mit Ultraschall das gleiche Nullergebnis liefert, wie das optische Pendant, das der Ausgangspunkt für Einsteins Relativitätstheorie lieferte. (vgl. arxiv.org/pdf/physics/0104059)
      Ich würde mir hier einmal eine saubere Überprüfung und Publikation wünschen. Das wäre sicher wesentlich billiger wie LIGO.

    • Es ist eine Frage der Wellenlaenge der Schwingung/Welle

      pallas, vor 162 Tagen, 18 Stunden, 52 Minuten

      Wenn ich naemlich nur ein Teil des Gummibandes dehne, bemerken das die Bewohner des ungedehnten Teils des Gummibandes sehr wohl.
      Daher auch der grosse Abstand der beiden Spiegel. Es ist durchaus moeglich bei entsprechend kleiner Wellenlaenge, dass die Welle zuerst den einen Spiegel "dehnt" und dann etwas spaeter den anderen.
      Und das koennen wir messen. Aber natuerlich nicht wirklich in absoluten Massstaeben (denn dafuer braeuchten wir einen Referenzpunkt ausserhalb des ganzen Systems). Wir bemerken nur, dass sich relativ etwas aendert.

    • Hallo mohol,

      karl273, vor 162 Tagen, 11 Stunden, 40 Minuten

      hier ist es:
      http://www.scilogs.de/relativ-einfach/gravitationswellen-lisa-pathfinder-ist-auf-dem-weg/
      Die Frage von Karl Bednarik vom 3. Dezember 2015.
      Die Antwort von Markus Pössel vom 3. Dezember 2015.

  • Gravitationswellen-Surfer.

    slartibartfast, vor 162 Tagen, 21 Stunden, 7 Minuten

    Das wäre doch mal ein alternatives Konzept für einen Raumantrieb?

    • gandalf, vor 162 Tagen, 21 Stunden, 5 Minuten

      Wenn du es schaffst kaum messbare Wellen in der Raumzeit technisch zu verstärken, dann vielleicht. Realistischer ist der Warpantrieb.

    • happydingo, vor 162 Tagen, 19 Stunden, 18 Minuten

      http://www.weltlinie.de/gravi001.html

      ;-)

    • gandalf, vor 162 Tagen, 19 Stunden, 3 Minuten

      ^^

    • slartibartfast, vor 162 Tagen, 18 Stunden, 58 Minuten

      Podkletnov / Modanese, immer noch? Hat sich also noch nichts getan, seit ich von denen vor 10 Jahren zum ersten Mal gelesen habe.

  • scrato, vor 162 Tagen, 21 Stunden, 34 Minuten

    Ob es letztendlich wirklich die "leere" Raumzeit ist, die sich hier verbiegt oder nicht vielleicht doch die mysteriöse dunkle Materie?

    • gandalf, vor 162 Tagen, 21 Stunden, 7 Minuten

      Interessanter Einwand, jedoch wurde bereits vor langer Zeit die "leere" Raumzeit dahingehend mathematisch errechnet. Ganz ohne Ahnung von dunklere Materie. Natürlich kann die dunkle Materie eine Rolle spielen, in einer Weise die wir noch nicht verstehen, aber eine rein auf die Raumzeit begrenzte Theorie wurde nun auch praktisch bewiesen.
      D.h. Gravitationswellen existieren in der Raumzeit. Nächste Aufgabe ist zu klären was ist dunkle Materie und wie verhält sie sich in der Raumzeit und wie beeinflusst sie die Gravitationswellen in der Raumzeit.

    • scrato, vor 162 Tagen, 19 Stunden, 46 Minuten

      Trotzdem stellt sich die Frage, ob der "leere" Raum letztendlich mit mathematischen Formeln und Modellen vollständig beschrieben werden kann. Wenn ich mich nicht irre, dann können selbst theoretische Physiker nicht eindeutig und endgültig sagen, was der Raum ist - ob der Raum selbst kleinste, diskrete Strukturen aufweist, bei denen sich das Konzept von der Raumzeit quasi auflöst oder ob er ein unendliches Kontinuum ist, was Größe (Skala) und Richtung betrifft. Die Dreidimensionalität wäre dann meiner Meinung nach nichts anderes als eine mathematische Methode zur Beschreibung von Objekten im Raum anhand eines kartesischen Koordinatensystems, aber nicht geeignet zur Beschreibung des Raumes selbst.

    • gandalf, vor 162 Tagen, 19 Stunden, 39 Minuten

      Es gibt auch eine interessante Theorie, die besagt, dass das was wir als dunkle Energie wahrnehmen, eigentlich Gravitationswellen aus einem "dimensionsverschobenen" Universums sind.

      Ich bin dafür, einen offenen Geist zu bewahren und nichts auszuschließen, wo von wir noch zu wenig verstehen.
      Darum gebe ich dir Recht, dahingehend, dass wir zu aller Erst einmal verstehen müssen, was die Raumzeit tatsächlich ist.
      Ich denke aber, wir haben bereits sehr gute Ansätze, wissen aber bei Weitem noch nicht alles.

    • Ich wuerde soweit gehen - wir wissen noch fast gar nichts

      pallas, vor 162 Tagen, 18 Stunden, 5 Minuten

      Denn fuer alles, DAS wir herausfinden, muessen wir dann die Ursache klaeren. Und dann die Ursache der Ursache. Usw.
      Das Spiel koennen wir nicht gewinnen. Es laeuft und laeuft bis in alle Ewigkeit (oder solange es halt Geschoepfe gibt, die Fragen stellen koennen).
      Wir kennen z.B. die Basiskraefte im Universum (zumindest soweit wir sie "sehen" koennen). Aber es nicht nur Gravitation, die wir nicht wirklich erklaeren koennen (auch die scheinbar gefundenen Higgs-Teilchen erklaeren nur einen weiteren Schritt aber natuerlich nicht alles). Es faengt schon an bei der Frage - was bedeutet positive oder negative Ladung ? Wie kommt das, und wieso ziehen sie sich "raumzeitlich" an ? Wieso fuehlen sich Elektronen an einen Atomkern gebunden und schwingen um ihn herum ? Wie wird Energie in einem Atom wirklich wahr- und aufgenommen (wie wirklich wird ein Elektron auf eine hoehere Bahn gehoben, was genau bewirkt, dass es die hoehere Bahn wieder verlaesst und dabei auch wieder Energie abgibt - in welcher Form eigentlich ? Wie entsteht aus diesem Prozess ein Photon, das dann abstrahlt) ?Magnetismus - noch schlimmer.
      Erst bei Molekuelen (und grosser)koennen wir baukastenmaessig Dinge "verstehen". Darunter sind es nur Gleichnisse, mit denen...

    • pallas, vor 162 Tagen, 18 Stunden, 4 Minuten

      ... wir versuchen "ueber die Runden zu kommen".

    • gandalf, vor 162 Tagen, 17 Stunden, 45 Minuten

      Ist doch schön! Alles zu wissen muss doch unheimlich langweilig sein. Aber ok, forschen und suchen ist ein Teil des Menschseins.

    • pallas, vor 162 Tagen, 6 Stunden, 23 Minuten

      Genau ! Das habe ich auch nicht bestritten.
      Es gibt nur Leute (auch echte Wissenschaftskollegen), die glauben, dass wir kurz davor stehen "alles" erklaeren zu koennen.
      Denen sage ich eben - im besten Fall ist das eine Erklaerung im Sinne von "da gibt es diese und diese Teilchen/Schwingungen, die das und das bwewirken, was wiederum das und das verursacht."
      Und dann komme ich und frage "und woher kommen diese Teilchen/Schwingungen, und wie genau koennen sie das und das bewirken ?".
      Und bumms - liegt das ganze Kartenhaus wieder flach auf dem Tisch.