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Ein Forscher arbeitet in einer Petrischale

Krebs: Aufregung um Heilungserfolg

Von der Immuntherapie versprechen sich viele Experten eine Revolution der Krebsmedizin. Für neue Hoffnung und Aufregung sorgen nun Heilungserfolge bei Leukämiekranken im Endstadium, die bei der größten US-amerikanischen Wissenschaftlertagung präsentiert wurden.

Immuntherapie 16.02.2016

Für die Behandlung hatten die Forscher dutzenden Patienten weiße Blutzellen entnommen. Im Labor wurden die Immunzellen so verändert, dass sie sich gegen die akute lymphoblastische Leukämie richten. Wie Stanley Riddell vom Fred Hutchinson Cancer Research Centre in Seattle gegenüber der BBC erklärt: "Wir haben die T-Zellen so reprogrammiert, dass sie die Krebszellen erkennen und zerstören konnten."

90 Prozent geheilt

Tatsächlich scheint dies bei einem großen Teil geglückt zu sein. 90 Prozent der zuvor unheilbar Kranken konnte geholfen werden. Die Patienten befanden sich im absoluten Endstadium, d.h., alle anderen Behandlungen hatten versagt. Ihre verbleibende Lebenserwartung betrug nur mehr zwei bis fünf Monate.

Noch wurden die Daten der Untersuchung nicht publiziert, aber laut Riddell seien sie beispiellos, weshalb er sie im Rahmen des Jahrestreffens der American Association for the Advancement of Science schon vorab präsentiert hat. Wie lange der Heilungserfolg anhielt und die Patienten gesund blieben, ist vorerst noch unbekannt.

Andere Experten dämpfen die Euphorie: Die Ergebnisse seien aufregend, aber nur ein kleiner Schritt, wie sie gegenüber der BBC einschränken.

Zudem sind zwei Menschen während der Behandlung gestorben. Ihr Immunsystem hatte überreagiert, auch einige andere erlitten extreme Nebenwirkungen - das mag zwar angesichts der ausweglosen Lage der Patienten nicht so schlimm klingen, aber bei einer Standardtherapie sollte das nicht passieren.

science.ORF.at

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