Standort: science.ORF.at / Meldung: "Wasserstoff bei Supererde entdeckt"

Künstlerische Darstellung von 55 Cancri e

Wasserstoff bei Supererde entdeckt

Zum ersten Mal haben Astronomen nach eigenen Angaben verschiedene Gase in der Atmosphäre einer sogenannten Supererde identifiziert. Die Lufthülle des fernen Planeten enthalte Wasserstoff und Helium, aber kein Wasser.

Kosmos 16.02.2016

"Diese Ergebnisse liefern einen ersten Einblick in die Atmosphäre einer Supererde", betont Giovanna Tinetti vom University College London (UCL) in einer Mitteilung. Leben ist auf dem exotischen Exoplaneten nicht möglich.

Die Studie in "The Astrophysical Journal":

"Detection of an atmosphere around the super-Earth 55 Cancri e" von Authors: A. Tsiaras et al., erschienen am 16. Februar 2016.

Etwas größere Erde

Supererden gelten als häufigster Planetentyp in unserer Galaxie, der Milchstraße. Es handelt sich dabei um Planeten, die etwas mehr Masse haben und etwas größer sind als die Erde, aber längst nicht so groß und schwer wie die Gasriesen in unserem Sonnensystem. Die jetzt untersuchte Supererde trägt die Katalognummer 55 Cancri e und umkreist eine Sonne im Sternbild Krebs.

Künstlerische Darstellung von Planet 55 Cancri e

ESA/Hubble, M. Kornmesser

55 Cancri e und seine Sonne

Der Exoplanet hat etwa den doppelten Durchmesser und die achtfache Masse unserer Erde. Allerdings umrundet 55 Cancri e seinen Heimatstern so nah, das ein Jahr dort nur 18 Stunden dauert. Auf der Planetenoberfläche wird es durch die Nähe zum Stern geschätzte 2.000 Grad Celsius heiß.

Unwirtlicher Ort

Nicht nur durch die Hitze ist Leben auf dem Planeten nach unseren Maßstäben ausgeschlossen. Mit dem "Hubble"-Weltraumteleskop gelang es dem Team jetzt, den chemischen Fingerabdruck der Atmosphärengase des Planeten zu analysieren. Neben Wasserstoff und Helium, die der Planet offensichtlich aus seiner Entstehungszeit behalten hat, fanden die Forscher dabei Spuren von Cyanwasserstoff (HCN), die allerdings durch weitere Untersuchungen noch bestätigt werden müssen. "Cyanwasserstoff oder Blausäure ist hochgiftig, also ist es vielleicht kein Planet, auf dem ich gerne leben würde", sagte Jonathan Tennyson vom UCL-Team.

Die Supererde ist nicht der erste Planet eines anderen Sterns, bei dem die Atmosphäre analysiert wurde. Andere Forscher haben bei verschiedenen größeren Exoplaneten bereits Atmosphärenbestandteile identifiziert, darunter auch Wasser. Das "Hubble"-Teleskop hat nach UCL-Angaben bereits die Lufthüllen zweier anderer Supererden ins Visier genommen. Dabei hätten sich jedoch keine chemischen Bestandteile identifizieren lassen.

science.ORF.at/APA/dpa

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