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Infrarot-Aufnahme einer australischen Gespenstfledermaus

"Auch hässliche Arten erforschen"

Die niedlichen Koalas und die fidelen Kängurus zählen zu den bekanntesten Tieren Australiens - und zu den am besten erforschten. Die vielen anderen Säugetiere auf dem fünften Kontinent, die weniger nett anzusehen sind, werden aber zu wenig untersucht, beklagt eine Biologin.

Zoologie 07.03.2016

Australiens Säugetiere würden inoffiziell in "gute" Arten wie Kängurus, Koalas und Echidnas (Schnabeligel), "schlechte" wie die vom Menschen eingeführten Katzen und Kaninchen sowie "hässliche" Arten wie einheimische Fledermäuse und Nagetiere eingeteilt, führt die Biologin Trish Fleming von der westaustralischen Murdoch University in einer aktuellen Studie aus.

Die Studie

"The good, the bad, and the ugly: which Australian terrestrial mammal species attract most research?" von Patricia Fleming und Bill Bateman ist am 6. März 2016 in der Fachzeitschrift "Mammal Review" erschienen.

"Die Australier wären wahrscheinlich überrascht, wie viele einheimische Fledermäuse und Nagetiere wir haben", sagte sie am Montag. Nicht nur von der Allgemeinheit, sondern auch von den Wissenschaftlern würden Tiere wie die Australische Gespenstfledermaus unterdurchschnittlich thematisiert.

20 Säugetierarten ausgestorben

Fleming vermutet, manche Wissenschaftler schreckten womöglich auch vor Untersuchungen weniger beliebter Arten zurück, weil sie fürchteten, dass ihre Ergebnisse wegen mangelnden Interesses nicht veröffentlicht würden. "Für die Mehrheit der Arten haben Forscher kaum mehr getan, als ihre Existenz festzuhalten", kritisierte die Biologin.

Es sei aber wichtig, ihre Fress- und Fortpflanzungsgewohnheiten und die Auswahl ihrer Lebensräume zu dokumentieren. Ohne diese Kenntnisse könne es leicht passieren, dass diese Arten unwissentlich durch Eingriffe in die Umwelt in Gefahr gebracht würden.

Der Co-Autor der Studie, Bill Bateman, erklärte, seit Beginn der Besiedlung Australiens durch Europäer seien bereits 20 Säugetierarten ausgestorben. 20 weitere seien mittlerweile stark bedroht. "Ich denke, es wäre tragisch, wenn wir die Ausrottung von noch mehr (Arten) verursachen würden, ohne sie überhaupt zu kennen", sagte der Forscher von der Curtin University dem australischen Rundfunk ABC.

science.ORF.at/APA/AFP

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