Standort: science.ORF.at / Meldung: "Studie: Klimawandel ließ Fischsaurier sterben"

Ein Ichthyosaurier mit einer schnabelartigen Schnauze.

Studie: Klimawandel ließ Fischsaurier sterben

Sie sahen aus wie Delfine, hatten viele kleine spitze Zähne und eine schnabelartige Schnauze - Fischsaurier beherrschten für mehr als 150 Millionen Jahre die Ozeane. Dann verschwanden sie. Laut einer Studie könnte der Klimawandel daran schuld gewesen sein.

Paläontologie 08.03.2016

Die Ichthyosaurier - auch Fischsaurier genannt - verschwanden rund 30 Millionen Jahre vor dem großen Massensterben am Ende der Kreidezeit, bei dem unter anderem die Dinosaurier ausstarben und die Blütezeit der Säugetiere begann.

Warum, das war bisher nicht genau geklärt. Experten vermuten, dass andere marine Reptilien auftauchten und den Ichthyosauriern Konkurrenz machten. Oder dass ihre vorrangige Beute verschwand, die Belemniten, eine Gruppe fossiler Kopffüßer.

Analyse von Umweltdaten

Ichthyosaurier im Meer (künstlerische Darstellung)

Andrey Atuchin

Ichthyosaurier stammen von echsenartigen Landtieren ab und mussten zum Luftholen auftauchen. Die künstlerische Darstellung zeigt, wie sie ausgesehen haben könnten.

Valentin Fischer von der britischen Universität Oxford und seine Mitarbeiter halten eine andere Ursache für wahrscheinlich. Sie hatten den Artenreichtum unter den Ichthyosauriern neu bewertet und die Ergebnisse mit Umweltdaten in Verbindung gesetzt, etwa zur Höhe des Meeresspiegels, zum Sauerstoffgehalt oder zur Temperatur des Wassers.

In der frühen Kreidezeit war die Vielfalt unter den Fischsauriern am höchsten. Vor etwa 100 Millionen Jahren, zu Beginn des sogenannten Cenomaniums, kam es dann plötzlich zu einer drastischen Reduzierung der Artenvielfalt. Klima-Unbeständigkeiten erklärten das Verschwinden der Ichthyosaurier in der Analyse am besten, berichten die Forscher. In den nachfolgenden Jahrmillionen waren Zahl und Vielfalt der Fischsaurier deutlich reduziert. Außerdem besetzten sie scheinbar nicht mehr so viele ökologische Nischen wie zuvor.

Ein Glied einer Reihe

Es sei seit langem bekannt, dass das Klima vor gut 90 Millionen Jahren extrem gewesen sei. Die Pole waren eisfrei, der Meeresspiegel sehr hoch. Das Wasser sei überdurchschnittlich warm und sauerstoffarm gewesen, erläutern die Autoren.

Infolgedessen haben sich die marinen Ökosysteme stark verändert, so die Studie. Das Aussterben der Ichthyosaurier scheint nur ein Aspekt einer weit umfassenderen Reihe von Veränderungen gewesen zu sein.

science.ORF.at/APA/dpa

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