Standort: science.ORF.at / Meldung: "Forscher gewinnen Strom aus Tomaten"

Ein Korb voll unterschiedlicher Tomatensorten

Forscher gewinnen Strom aus Tomaten

Schon bei der Ernte von Gemüse und Obst fällt Abfall an. Man könnte die Reste aber anderweitig nutzen, wie Forscher nun demonstrieren: Sie haben aus den Überresten von Tomaten Strom gewonnen.

Lebensmittelabfälle 16.03.2016

Rot, prall und glänzend - so lieben Supermarktkunden ihre Paradeiser. Leider ist nur ein Teil der Ernte völlig unversehrt. Die unansehnlichen und beschädigten Exemplare landen so mitunter im Müll.

Ö1 Sendungshinweis:

Dem Thema widmet sich auch ein Beitrag in Wissen aktuell am 16.3. um 13:55.

ORF-Themenschwerpunkt:

Laut den Forschern um Namita Shresta von der South Dakota School of Mines and Technology fallen allein im US-Bundesstaat Florida jährlich fast 400.000 Tonnen Tomatenabfälle an. Das sei nicht nur ein Verschwendungs-, sondern auch ein Entsorgungsproblem. Dabei wären die organischen Abfälle eine nützliche Energiequelle.

Geringe Leistung

Für ein Pilotprojekt in Florida - das beim Jahrestreffen der American Chemical Society präsentiert wurde - haben die Forscher mikrobielle elektrochemische Zellen entwickelt, die mit Hilfe von Bakterien Strom aus den Tomatenüberresten gewinnen. Manche Inhaltstoffe der Früchte, wie z.B. Lycopin, dürften bei der Umwandlung besonders hilfreich sein.

Noch ist die Ausbeute relativ gering: Der Strom aus zehn Milligramm Tomaten entspricht einer Leistung von 0,3 Watt. Aber die Forscher gehen davon aus, dass man den Ertrag um einige Größenordnungen steigern kann. Theoretisch, so die Forscher, könnte man mit dem Jahresabfall das komplette Disneyland in Florida 90 Tage lang mit Strom versorgen.

Eva Obermüller, science.ORF.at

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