Standort: science.ORF.at / Meldung: "Machen Soziale Medien depressiv?"

Ein Mann und eine Frau sitzen vor zwei Laptops, im Hintergrund das Facebook-Logo

Machen Soziale Medien depressiv?

Die Nutzung von Facebook, Instagram und anderen Sozialen Medien hängt mit der Häufigkeit von Depressionen zusammen: Das geht aus einer neuen Studie hervor, bei der US-Psychologen das Verhalten von knapp 1.800 Personen im Alter von 19 bis 32 Jahren untersucht haben.

Psychologie 24.03.2016

Im Schnitt hielten sie sich täglich 61 Minuten lang auf einer der Social-Media-Plattformen auf, darunter auch YouTube, Twitter und Tumblr. Pro Woche frequentierten sie die Seiten im Schnitt 30 Mal.

Die Studie

"Association Between Social Media use and Depression Among U.S. Young Adults" von Liu yi Lin und Kollegen ist im Journal "Depression and Anxiety" erschienen.

Mehr als ein Viertel der Teilnehmer und Teilnehmerinnen zeigte laut Fragebogenergebnissen starke Anzeichen von Depression, berichtet das Team um Brian Primack von der Universität Pittsburgh. Je mehr sie die Sozialen Medien nutzten, desto eher neigten sie dazu. Bei den Probanden, die im Verlauf einer Woche am eifrigsten im Internet unterwegs waren, war die Depressionswahrscheinlichkeit 2,7 größer als bei jenen, die das am seltensten taten.

Über die Zielrichtung des Zusammenhangs können die Forscher indes keine Auskunft geben: Es sei genauso gut möglich, dass eine übertriebene Social-Media-Nutzung eher depressiv macht, wie dass zu Depressionen neigende Menschen eher zu Facebook und Co greifen.

Die Forscher haben auch nicht untersucht, was die jungen Frauen und Männer konkret gemacht haben; ob sie etwa eher passiv oder aktiv kommunizierten. Künftige Forschungen sollen das klären und zu "besseren Empfehlungen im Umgang mit Sozialen Medien führen", so Brian Primack.

Lukas Wieselberg, science.ORF.at

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