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Shakespeare-Portrait von 1609

Shakespeares Schädel: "Er wurde gestohlen"

Liegt William Shakespeares Schädel tatsächlich im Grab des englischen Dramatikers oder wurde er im 18. Jahrhundert gestohlen? Um diese Frage ranken sich seit Jahrzehnten Legenden. Eine neue Dokumentation gibt der These eines Raubs neuen Auftrieb.

Neue Indizien 24.03.2016

Für die Sendung, die am Samstag im britischen Sender Channel 4 anlässlich des Todes des Dichters vor 400 Jahren ausgestrahlt werden soll, scannten Archäologen Shakespeares Grab mit einem Bodenradar.

Am Ende des Grabs, wo eigentlich der Schädel des Verstorbenen liegen sollte, habe es bei den Untersuchungen eine "eigenartige Störung" gegeben, sagte der Leiter der Forschungsgruppe, Kevin Colls.

"Ich halte es für sehr, sehr wahrscheinlich, dass sich der Schädel überhaupt nicht in der Holy Trinity befindet", sagte er mit Blick auf die Kirche in Stratford-upon-Avon, wo der 1616 verstorbene Schriftsteller begraben ist.

"Verflucht sei der, der meine Gebeine bewegt"

Einem seit 1879 kursierenden Bericht zufolge könnte Shakespeares Schädel im späten 18. Jahrhundert entwendet worden sein. Die Untersuchungen der Archäologen stützten nun diese These, sagte Colls. Die Ergebnisse der Radaruntersuchung, die erstmals überhaupt an Shakespeares Grab vorgenommen werden durfte, wiesen außerdem auf Reparaturarbeiten am Kopfende hin.

Zudem legten sie nahe, dass der Dramatiker wohl nicht in einem Sarg liegt, sondern nur in ein Leichentuch gehüllt bestattet wurde.

Der Vikar der Holy Trinity Church, Patrick Taylor, glaubt indes nicht an die These eines Schädelraubs. "Wir werden wohl damit leben müssen, dass wir nicht genau wissen, was sich unter dem Stein befindet", sagte er. Die Kirche werde sich weiterhin an die Grabinschrift halten und die Ruhestätte nicht öffnen. Dort steht in etwa geschrieben: "Gesegnet sei der Mann, der diese Steine schont, und verflucht sei der, der meine Gebeine bewegt."

science.ORF.at/AFP

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