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Ein Traktor versprüht Unkrautvernichtungsmittel.

Glyphosat: Teilweise Offenlegung der Studien?

Im Streit um die Zukunft des Pflanzenschutzmittels Glyphosat wollen die Hersteller der Öffentlichkeit unter Auflagen bisher unveröffentlichte Studien zur Verfügung stellen.

Neuzulassung 08.04.2016

Die Unternehmen haben eine "Lesesaal-Lösung" angeboten, nachdem der EU-Gesundheitskommissar die Veröffentlichung der Studien gefordert hat, in denen es um eine mögliche Krebsgefahr geht.

Die Studie waren von der europäischen Lebensmittelsicherheitsbehörde EFSA zur Beurteilung des Krebsrisikos durch Glyphosat herangezogen worden. Die EFSA kam in ihrer Bewertung zu dem Schluss, dass das Pflanzenschutzmittel wahrscheinlich nicht krebserregend sei. Das widerspricht der Einschätzung der Internationalen Agentur für Krebsforschung (IARC). Diese Diskrepanz verunsichert nach Auffassung von EU-Gesundheitskommissar Vytenis Andriukaitis viele Menschen - deshalb sollten die Studien veröffentlicht werden.

In einem Brief an den Kommissar äußerte Hersteller-Zusammenschluss Glyphosat Task Force (GTF) Bedenken gegen eine komplette Offenlegung der Untersuchungen. Die 14 Studien enthielten "geistiges Eigentum und vertrauliche Informationen". Außerdem sei bereits ein wissenschaftlicher Fachbeitrag über die Untersuchungen veröffentlicht worden; auch gebe es via Internet Zugriff auf einige zugrunde liegenden Datensätze.

Leseraum-Lösung

Denkbar sei allerdings, in Leseräumen Versionen der Studien auszulegen, aus denen "vertrauliche Informationen und personenbezogene Daten" entfernt wurden. Unter Aufsicht könnten Interessierte etwa in Räumen der EFSA die Unterlagen lesen und sich handschriftliche Notizen machen. Kopien oder Fotografien wären dabei verboten. Die GTF-Mitglieder könnten dem Vorschlag nach verlangen, dass ihnen die Namen der Lesesaal-Besucher übermittelt werden.

"Diese zusätzliche Transparenz sollte nicht ausgenutzt werden, um wissenschaftlich haltlos zu skandalisieren und Panik zu schüren", warnte GTF-Sprecherin Ursula Lüttmer-Ouazane. Die Debatte um Glyphosat und die Vertraulichkeit bestimmter Unterlagen dürfe nicht "missbraucht" werden, "die gesamte Grundlage zur Bewertung von Pflanzenschutzmitteln in Frage zu stellen", erklärte die Arbeitsgruppe.

Die Zulassung von Glyphosat läuft in der EU im Juni aus; die GTF-Mitglieder haben eine erneute Zulassung beantragt. Kritiker wollen Glyphosat verbieten. Die EU-Kommission dagegen sieht aufgrund der Empfehlungen der EFSA keinen Grund, das Mittel in der EU vom Markt zu nehmen. Glyphosat ist das weltweit am meisten verkaufte Pestizid und wird sowohl in der Landwirtschaft als auch in privaten Gärten sehr häufig verwendet.

science.ORF.at/AFP

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