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Silhouette von Männern mit Hut im Gegenlicht

Seit 200 Jahren: Der "heimliche Jude"

Im 19. und 20. Jahrhundert entwickelte sich unter der Bezeichnung "Mimikry" die Vorstellung, Juden und Jüdinnen würden sich zwar äußerlich an die Gesellschaft anpassen, in der sie lebten, ihr heimlich aber Schaden zufügen. Einer der Vorreiter dieser antisemitischen Idee war der Schriftsteller Achim von Arnim.

Germanistik 02.05.2014

Künstlerische Darstellung eines Atoms mit Atomkern und -hülle.

"Über die Natur der Dinge": Bibel der Aufklärer

Vor über 2.000 Jahren übersetzte der römische Denker Lukrez die materialistische Naturphilosophie Epikurs nicht nur aus dem Griechischen ins Lateinische, sondern auch aus der wissenschaftlichen Prosa in die Poesie. Das Ergebnis, das Lehrgedicht "Über die Natur der Dinge" verbindet auf erstaunliche Weise antike Atomphysik mit Literatur.

Epik und Physik 28.04.2014

Die Waage der Gerechtigkeit

Das Recht, Krieg zu führen

Als die Großmächte 1914 in den Krieg gezogen sind, ist es nicht zuletzt darum gegangen, wer "recht" hat. Internationales Recht war noch nicht so stark in Gesetzen niedergeschrieben wie heute. Dennoch spielte es eine zentrale Rolle - wobei die Feinde sehr unterschiedlich mit dem Völkerrecht umgingen.

Erster Weltkrieg 07.04.2014

Secession, Außenansicht

Das Ornament: Lebendig und gefährlich

Was haben Einzeller aus dem Meer mit Kunst und Architektur um 1900 zu tun? Eine ganze Menge, wie die Kulturwissenschaftlerin Andrea Wald nachweist. Sie hat die naturnahen Ornamente des Jugendstils untersucht und kommt zu dem Schluss: "Ornamente sind lebendige Zeichen, die auch gefährlich werden können."

Kunst 24.03.2014

Grab auf dem Friedhof der Namenlosen

Vergiften oder Erschießen?

Schon die Suizidforschung um 1900 vermeinte zu wissen, dass sich Frauen lieber vergiften, während Männer bevorzugt zur Feuerwaffe greifen. Zur Erklärung schoben die Forscher häufig nach, dass Frauen eben auch im Tod schön sein wollten, hingegen Männer beim Sterben kein Pardon kennten. Wie entstehen solche Zuschreibungen?

Suizidforschung 27.01.2014

Fingerabdruck auf weißem Grund

Vom Fingerabdruck zum Augenscan

Als Ende des 19. Jahrhunderts die Kriminalität in Großstädten zunahm, entwickelten findige Kriminalisten die "Daktyloskopie" - besser bekannt als Fingerabdruckmethode. Der deutsche Kulturwissenschaftler Daniel Meßner zeichnet in einem Gastbeitrag die Geschichte der messenden Identifizierung nach.

Biometrie 20.01.2014

Bunte Punkte und Kreise vor dunklem Hintergrund

Wie LSD die Forschung zum Erzählen brachte

LSD hat Chemiker und Psychiater genauso fasziniert wie Schriftsteller und Intellektuelle. Heute ist die Forschung an der Droge weitestgehend verboten. Denn die Grenze zwischen seriöser und dubioser Wissenschaft war irgendwann nicht mehr auszumachen, sagt die Literaturwissenschaftlerin Jeannie Moser in einem Interview.

Drogenforschung 20.12.2013

eine alte Filmrolle

"Bilder zum Sprechen bringen"

Historische Vorgänge zu illustrieren ist alles andere als einfach. Das gilt nicht zuletzt für die Geschehnisse im Nationalsozialismus. Noch schwieriger ist es, die Bilder selbst "zum Sprechen zu bringen", weil Filme eine begrenzte Lebensdauer haben und durch die Bearbeitung beschädigt werden können.

Filmwissenschaft 16.12.2013

Porträtfoto des Philosophen Konrad Paul Liessmann

Das Verhältnis von Wissenschaft und Kunst

Die Künste und die Wissenschaften haben das Selbstverständnis der Moderne entscheidend geprägt. Sie haben mehr gemein als oft angenommen, ihre Unterschiede zu ignorieren, wäre aber falsch, meint der Philosoph Konrad Paul Liessmann. Gerade sie sind es, die den Dialog der beiden so produktiv machen.

Jubiläen 06.11.2013

schwebender Körper im Lichttunnel

Warum die Biologie lokal ist

Gene oder Lebensstil, Veranlagung oder Umwelt? Die Anthropologin Margaret Lock glaubt nicht, dass man mit diesen Gegensatzpaaren erklären kann, warum manche Menschen erkranken und andere nicht. Sie plädiert für den Begriff der "lokalen Biologie", der ausdrücken soll, wie untrennbar Körper und Umgebung miteinander verbunden sind.

Medizin 29.10.2013

Computeranimiertes Bild eines weiblichen Cyborgs

Utopisch, transhuman oder inhuman?

Utopisten und Transhumanisten haben eines gemeinsam: Beide skizzieren die Zukunft eines neuen Menschen. Während Utopien aber - positive oder negative - neue Welten zeigen, die den Menschen verändern, will ihn der Transhumanismus grundlegend biologisch verbessern: Er soll besser sehen, hören und denken können.

Der neue Mensch 24.10.2013

Holzmasken von einem Markt in Südafrika 2010

Der schlagende Teufel von Westafrika

Im Europa der frühen Neuzeit hat der Teufel als Verführer und Magier gegolten, nicht aber als körperlich gewalttätig. Ganz anders in Westafrika, wo er beschrieben wurde als "jemand, der alle schlägt". Die Angst, die der Teufel dadurch in der Bevölkerung auslöst, sieht die Historikerin Jutta Wimmler als zentrales Moment.

Geschichte 24.06.2013

Zwei Hände, die ein magisches Ritual ausüben, im Hintergrund ein gleißendes Licht

Als Magie noch Teil der Wissenschaft war

Wissenschaftliches und magisches Denken schließen einander heute aus. Zu Beginn der Neuzeit im 15. und 16. Jahrhundert war das noch anders. Astrologie, Medizin und Naturphilosophie beschäftigten sich zugleich mit Wissenschaft und Magie, wie die Philosophin Susanne Beiweis in einem Gastbeitrag schreibt.

Philosophie 10.06.2013

Popartiges Porträt von Beethoven des deutschen Künstlers Wolfgang Lösche

Konversationsunterricht mit Beethoven

Ludwig van Beethoven war ein leidenschaftlicher Leser. Als der Komponist ertaubte, unterhielt er sich mit Hilfe sogenannter Konversationshefte mit den Zeitgenossen. Der Germanist Peter Höyng wertet diese Hefte aus - sie schildern ihm zufolge nicht nur den sozialen und politischen Alltag Beethovens sehr genau.

Literaturwissenschaft 06.05.2013

Protestierende Studenten

"Demokratie braucht Fragezeichen"

Was haben die Zapatistische Befreiungsarmee, die Queer-Bewegung und protestierende Studenten gemeinsam? Der Kulturwissenschaftler Oliver Marchart erkennt bei diesen Gruppierungen stilistische Ähnlichkeiten im Umgang mit ihrer Identität. Seine These in einem Gastbeitrag lautet: "Selbstbefragung ist ein Definitionsmerkmal von Demokratie."

Gesellschaft 15.04.2013