Standort: science.ORF.at / Meldung: "Bakterien können Gold herstellen"

Goldstaub im Glas

Bakterien können Gold herstellen

Glücklose Goldschürfer sollten auf Mikrobiologie umsatteln. Wissenschaftler haben herausgefunden, dass das Bakterium Cupriavidus metallidurans Gold herstellen kann und möglicherweise sogar an der Entstehung der begehrten Nuggets beteiligt ist.

Entgiftungsmechanismus 13.10.2009

Die Forscher rund um Frank Reith von der Universität von Adelaide in Australien entdeckten die Mikroben bereits vor einigen Jahren auf Goldkörnchen und fragten sich, warum gerade auf dem Edelmetall. Nachdem die Neugier geweckt war, stellte sich in weiteren Experimenten heraus, dass sie zu einem bestimmten Entgiftungsprozess fähig sind.

Schutz vor Gift

Die Studie "Mechanisms of gold biomineralization in the bacterium Cupriavidus metallidurans" von Frank Reith et al. ist in den "Proceedings of the National Academy of Sciences" erschienen.

Dazu wurden die Bakterien im Labor mit giftigen Goldkomplexen in Flüssigkeiten konfrontiert. Cupriavidus metallidurans nahm die toxischen Goldverbindungen rasch auf. Um sich vor der giftigen Wirkung zu schützen, wandelte der Mikroorganismus die Komplexe in Nanopartikel aus reinem metallischem Gold um. Schicht um Schicht wird das Edelmetall dann auf Goldkörnchen abgelagert. In Summe könnten so über die Zeit ansehnliche Klumpen entstehen, mutmaßen die Wissenschaftler.

Ausgelöst wird der Mechanismus durch den oxidativen Stress, deen die giftigen Goldkomplexe auslösen. Das wiederum schaltet Gene an, die das Gold reduzieren und so in die bekannte metallische Form überführen. Durchgeführt haben die australischen Wissenschaftler ihre Studien unter anderem am European Synchrotron Radiation Facility (ESRF).

science.ORF.at/APA