Standort: science.ORF.at / Meldung: "Placebo wirkt im Rückenmark "

Placebo wirkt im Rückenmark

Der Placeboeffekt verringert die Aktivität von Rückenmarksneuronen. Die Erwartung einer Schmerzlinderung blockt offenbar bereits unangenehme Reize beim Übergang von der Haut ins Rückenmark.

Medizin 23.10.2009

Das haben wie Forscher des Uniklinikums Hamburg-Eppendorf nachgewiesen. Bisher war dieser Mechanismus unbekannt.

Frühe Wirkung der Erwartung

Die entsprechende Studie im Fachblatt "Science":

Die Schmerzwahrnehmung kann durch viele Faktoren beeinflusst werden: die Lenkung Aufmerksamkeit etwa, durch Hypnose und nicht zuletzt auch durch Placebo-Wirkungen. Letztere erklärte man sich damit, dass der Glaube an die Wirksamkeit eines Schmerzmittels im Gehirn die Ausschüttung endogener Opiate - Endorphine - veranlasst. Dies führe zu einer verminderten Schmerzwahrnehmung und einer geringeren Antwort von Nervenzellen in schmerzverarbeitenden Hirnarealen, dachte man bisher.

Mittels Kernspin-Aufnahmen des Rückenmarks zeigen Forscher um Falk Eippert nun, dass der Placebo-Effekt bereits mit einer verringerten Nervenzellaktivität im Rückenmark einhergehen kann, der ersten Station in der Verarbeitung von Schmerzreizen.

science.ORF.at/AP