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Nanotube

Schädliche Fernwirkung von Nanoteilchen

Britische Forscher vermuten, dass Kobalt-Chrom-Nanoteilchen die DNA von Zellen auch dann schädigen können, wenn diese durch Membranbarrieren geschützt sind. Solche Partikel können etwa als Abrieb von Implantaten entstehen.

Technologie 05.11.2009

Zellschichten als Schutz

Die Forscher testeten Teilchen mit einer Größe von rund 30 Nanometern (ein Nanometer ist der Millionste Teil eines Millimeters). Um die indirekten Wirkungen solcher Partikel überprüfen zu können, züchteten sie eine mehrlagige Schicht aus menschlichen Zellen, vergleichbar etwa mit der sogenannten Blut-Hirn-Schranke in einem Organismus. Diese diente dann als dichte Barriere zwischen den Nanoteilchen und den eigentlichen Testzellen.

DNA dennoch geschädigt

Es zeigte sich, dass der Grad der Erbgut-Schädigung der durch die nachweislich intakte Barriere geschützten Zellen ähnlich ausfiel, wie bei einem direkten Kontakt mit den Nanopartikeln. Beim Vergleich zwischen einer porösen Membran und der Zellbarriere zeigte sich, dass die Erbgut-Schädigungen hinter den Zellschichten sogar heftiger ausfielen.

Das bringt die Forscher zu der Ansicht, dass die Nanoteilchen zwar die Barriere nicht durchqueren konnten, sehr wohl aber Vorgänge in den Barrierezellen auslösten und etwa Signalmoleküle freisetzten, welche dann zu den schädlichen Auswirkungen dahinter führten. Derlei indirekte Wirkungen habe man bei der Beurteilung von Risiken der Nanotechnologie bislang übersehen.

science.ORF.at/APA