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Notizbuch Darwins mit Original-Handschrift

Vor 150 Jahren erschien "The Origin of Species"

Genau vor 150 Jahren, am 24. November 1859, ist Charles Darwins Buch "Über die Entstehung der Arten" (Kurztitel im Original: "On the Origin of Species") erschienen. Es stellt für viele Wissenschaftler das wichtigste Werk der gesamten Biologie dar.

Darwin-Jahr 24.11.2009

Der britische Naturforscher Charles Darwin legte damit den Grundstein für die bis heute unter Naturwissenschaftlern weitgehend unumstrittene Evolutionstheorie.

Nützliche Veränderungen setzen sich durch

Radio-Hinweis:

Ö1 Radiokolleg: Charles Darwin und die Abstammung und Verbreitung des Menschen
Montag, 23. November bis Donnerstag, 26. November 2009, 9:05 Uhr

Ohne selbst das Wort Evolution zu verwenden, erkannte Darwin während seiner Reise mit dem Schiff "Beagle" in den 1830er-Jahren, in Beobachtungen und Beschreibungen das Prinzip der natürlichen Zuchtwahl, das heute als "Selektion" eine der beiden Grundsäulen der Evolutionstheorie darstellt.

So wie der Mensch als Züchter vorgeht, um Haustiere immer besser dem jeweiligen Zweck anzupassen, sucht sich die Natur quasi stets die an die herrschenden Umweltbedingungen am besten angepassten Individuen aus. So verändern sich nicht nur die Arten, es entstehen auch neue.

Darwin erkannte, dass "viel mehr Individuen jeder Art geboren werden, als möglicherweise fortleben können". Auch wenn die Unterschiede zwischen den Individuen gering sein mögen, werden sich jene mit nützlichen Veränderungen durchsetzen und diese auch an die Nachkommen weitergeben. Die Ursachen für die Veränderungen kannte Darwin, wie er selbst schreibt, nicht. Erst durch die Erkenntnisse der Genetik weiß man heute, dass sogenannte Mutationen als völlig zufällige Veränderungen der Erbsubstanz für Variabilität sorgen.

Lange Zweifel

Darwin scheute sich lange, seine Erkenntnisse zu veröffentlichen, zumal sie teils im krassen Widerspruch zur biblischen Schöpfungsgeschichte und damit der kirchlichen Lehrmeinung standen. Erst als er erfuhr, dass sein Landsmann Alfred Russel Wallace unabhängig zu den gleichen Ergebnissen gekommen war und diese veröffentlichen wollte, stimmte er der Publikation zu. Letztendlich wurden die Theorien von Darwin und Wallace 1858 vor der Linnean Society in London gemeinsam präsentiert.

Buch ohne Formeln

Neue Initiative in Wien

Über 40 Arbeitsgruppen der Evolutionsforschung in und um Wien haben sich in der neuen Initiative "evolVienna" zusammengefunden. Zum 150. Geburtstag von Darwins Buch hält sie heute Dienstag ihr Gründungstreffen in Wien ab.

Das Erscheinen seines 550 Seiten starken Buches ließ dann noch ein gutes Jahr auf sich warten. Die erste Auflage war bereits kurz nach der Veröffentlichung vergriffen. "On the Origin of Species by Means of Natural Selection, or the Preservation of Favoured Races in the Struggle of Life" lautet der volle Titel ("Über die Entstehung der Arten durch natürliche Zuchtwahl oder Die Erhaltung der bevorzugten Rassen im Kampf ums Dasein").

Auffallend ist, dass im ganzen Werk keine einzige Formel und nur eine Skizze vorkommt. Auch ist das Buch so geschrieben, dass es nicht nur Wissenschaftler verstehen. Bei allen Veränderungen in den Wissenschaften - etwa dem Einzug der Mathematik in die Evolutionsforschung - hat sich an der Stichhaltigkeit von Darwins Ideen bis heute nichts geändert.

science.ORF.at/APA

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