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Quastenflosser sind lebende Gen-Fossilien

Der Quastenflosser ist nicht nur seiner Gestalt nach ein Evolutionsmodell vergangener Zeiten, auch seine Genetik verändert sich laut einer Studie vergleichsweise langsam.

Evolution 04.02.2010

Das zeigt eine Untersuchung der sogenannten HOX-Gene, die eine wichtige Rolle bei der Embryonalentwicklung spielen. An der Studie war unter anderen der Wiener Chemiker Peter Stadler beteiligt, sie wurde im Fachblatt "PNAS" veröffentlicht.

Vermeintlich ausgestorben

Fische aus der Gruppe der Quastenflosser galten lange als ausgestorben, erst 1938 wurden lebende Exemplare vor der Küste Südafrikas entdeckt. Die Tiere besitzen auffallend bewegliche Brust-und Bauchflossen, ihre Funktion erinnert an die Fortbewegung von Vierbeinern an Land. Heute lebende Quastenflosser werden als Nachkommen jener Organismen betrachtet, aus denen vor über 300 Millionen Jahren die vierbeinigen Landtiere hervorgingen.

Dass sich die Quastenflossen im Zuge der Evolution wenig verändert haben, zeigen Vergleiche mit Fossilien aus der Kreidezeit (150 bis 65 Millionen Jahre). Das spiegelt sich auch in der Genetik wider: "Zusammenfassend zeigen unsere Ergebnisse, dass sich die HOX-Cluster der Quastenflosser vergleichsweise langsam entwickeln", schreiben die Forscher in ihrer Studie. Quastenflosser könnten daher als genetische Vergleichsgruppe für Studien an anderen Wirbeltieren herangezogen werden.

science.ORF.at/APA

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